Nachtabschaltung in Ottobeuren

 

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Durch seine Teilnahme am European Energy Award® konnte der Markt Ottobeuren in den vergangenen zwei Jahren seine Energieeffizienz aufgrund von Maßnahmenkombinationen deutlich steigern. Zwei der Maßnahmen sind hier beschrieben.

Einsatz effizienter Leuchtmittel

Einsatz effizienter
Leuchtmittel

Im November 2009 fand eine umfangreiche Umrüstung der 815 bestehenden Leuchtstellen statt. Hierbei wurden die alten Leuchtmittel ausgetauscht, insb. wurden bei 184 Peitschenlampen die jeweils zwei Leuchtstoffröhren enthalten gegen neue energiesparende Leuchtmittel ersetzt. Das besondere ist, dass die neuen Röhren zusätzlich isoliert sind und gerade bei niedrigen Außentemperaturen eine wesentlich höhere Lichtausbeute liefern. Hierdurch arbeiten die neuen Lampen etwa doppelt so effizient wie die alten. Neu installiert wurden auch einige Natriumdampf-Hochdrucklampen, welche am warmen, gelben Licht zu erkennen sind.
 
Ergänzt wurde die Umtauschaktion durch die seit 15.11.2010 wirksame Nachtabschaltung. Hierbei werden in der Zeit zwischen 1 - 5 Uhr (werktags, am WE 2 - 5 Uhr, keine morgendliche Wiedereinschaltung zwischen 10.05. und 15.08.) 83 % der Leuchtstellen abgeschaltet. Von den 10 vorhandenen Schaltkreisen bleibt lediglich der des Ortszentrums (mit Einfallstraßen, Weg zum Krankenhaus und Fußgängerüberweg) ausgenommen. Für die Zeitungsausträger wurden Stirnlampen gekauft.

Durch die Austauschaktion der alten Leuchtmittel im November 2009 reduzierte sich der Stromverbrauch bei ca. 4.070 Betriebsstunden um 33.090 kWh und der CO2-Ausstoß um 18,9 Tonnen jährlich. Durch die erzielten Einsparungen sowie die Förderung der LEW – verbunden mit einer Garantie auf vier Jahre – mit Mitteln aus dem Energieeffizienzprogramm wurde sichergestellt, dass sich die Investitionen Ottobeurens selbst tragen, die Summe der Betriebsstunden reduziert sich nach der Nachtabschaltung allerdings jetzt um ca. 1.350 Stunden (wobei die ebenfalls neu eingeführten Astro-Uhren eher zu einer geringeren Reduzierung der Betriebsstunden führen, als die bewährten Lichtfänger).

Auch die Kosten für die Nachtabschaltung mit den notwendigen Umrüstungen (z.B. der Markierung der Laternen) machen sich bereits innerhalb eines Jahres bezahlt. Zudem kann der Energieverbrauch um weitere 88.000 kWh/a reduziert werden. Insgesamt wird der Haushalt der Marktgemeinde durch die Nachtabschaltung um rund 14.000 Euro entlastet, wobei es der Gemeinde in erster Linie um den Klimaschutz geht. Der Ausstieg aus der Atomenergie und die Vermeidung von klimaschädlichen Treibhausgasen lässt sich nur durch eine gleichzeitige Reduzierung der Verbräuche bewerkstelligen. Die Pfarrgemeinde schaltet die Beleuchtung der weltberühmten Basilika jetzt bereits um 22 Uhr ab (eine Stunde früher, als bisher). Neue Leuchtstellen werden mit LEDs ausgerüstet (21 Watt). Die genauen Zahlen der Einsparung stehen ab Februar 2012 zur Verfügung. Vom Umstieg auf Astro-Uhren rät der Umweltreferent der Gemeinde ab. Sie führen zwar zu exakt gleichen Schaltzeiten im gesamten Ort, können aber nicht auf Witterungseinflüsse reagieren. Aufgrund der notwendigen Sicherheitsreserve (aktuell 15 Min. nach Sonnenuntergang, bzw. 15 vor Sonnenaufgang) brennen die Lampen oft länger, als das mit Lichtfängern geschehen wäre.

Die Nachtabschaltung wurde auf ein Jahr zur Probe eingeführt. Über die unbefristete Weiterführung entscheidet der Gemeinderat im Herbst 2011. In manchen Gegenden Deutschlands gehört die Nachtabschaltung seit Jahrzehnten zum Standard (z.B. in Baden-Württemberg oder Niedersachsen). Die Presse hat das Vorhaben in Ottobeuren eher polarisierend begleitet („In Ottobeuren gehen die Lichter aus“ oder „Dunkle Zeiten in Ottobeuren“ statt z.B. „Ottobeuren übernimmt Vorreiterrolle im Klimaschutz“). 

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