Gütersloher KlimaTisch e.V.

 
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Der Gütersloher KlimaTisch spielt eine wichtige Vermittlerrolle beim städtischen Altbauförderprogramm und ist eine der Ansprechstellen für sanierungswillige Hauseigentümer.

Nach der Auftaktveranstaltung im Jahr 1997 befassten sich Arbeitsgruppen mit dem Erschließen von Energieeinsparpotenzialen, der Bauphysik, der Haustechnik und dem Marketing. Eines der Arbeitsziele war, einheitliche Beratungsempfehlungen für die energie- und wärmetechnische Modernisierung von Altbauten zu formulieren sowie Qualitätsstandards und eine Qualitätssicherung festzulegen, um ein gemeinsames Auftreten in der Öffentlichkeit vorzubereiten.

Weiterhin sollten die lokalen Bedingungen und Besonderheiten berücksichtigt werden. Deshalb wurden 50 kostenlose Gebäudegutachten durch beteiligte Energieberater erstellt und eine umfangreiche Gebäudeerhebung bei Gütersloher Hauseigentümern mit insgesamt ca. 18.500 Fragebögen (Rücklauf: ca. 1.500) durchgeführt, um den wärmespezifischen Gebäudezustand, den Energieverbrauch sowie das Sanierungspotenzial abschätzen zu können.

Die Erhebungen bestätigten die großen ökologischen und ökonomischen Chancen der energetischen Sanierung des Gebäudebestandes. Ende 1998 wurden die Ergebnisse der Arbeitsgruppen, der Gebäudegutachten und der Befragung sowie die daraus resultierende Motivationsbroschüre "Altbau sanieren – für die Zukunft investieren" im Rahmen einer Abschlussveranstaltung der Öffentlichkeit vorgestellt. Diese Broschüre wurde inzwischen mehrfach überarbeitet und mit einer Gesamtauflage von über 25.000 Exemplaren an Interessierte abgegeben. Nunmehr liegt die sechste Neuauflage vor, in der auch vorbildlich sanierte Gütersloher Objekte aufgezeigt werden, die mit dem vom KlimaTisch erstmals in 2013 vergebenen, neu aufgelegten Gütersloher Altbau-Preis ausgezeichnet worden sind.

Der Gütersloher KlimaTisch spielt bis heute eine wichtige Vermittlerrolle beim städtischen Altbauförderprogramm und ist eine der Ansprechstellen für sanierungswillige Hauseigentümer.

Hierbei kümmert er sich besonders um folgende Aspekte:

  • Erstberatung der Hauseigentümer
  • Informieren über Kosten und aktuelle Fördermöglichkeiten
  • Erklären von Antragsverfahren
  • Hinweisen auf geeignete Energieberater
  • Beraten während der Bauphase

Insgesamt verfolgt der Gütersloher KlimaTisch folgende Hauptaufgaben und Hauptziele:

  • Schaffen eines positiven Klimas für Altbausanierung durch Öffentlichkeitsarbeit
  • Durchführen von Marketingmaßnahmen (z. B. Broschüren, Faltblätter, Presse, Internet, Vorträge, Workshops, Exkursionen, Informationsstände, Messebeteiligungen, Preisverleihung für vorbildliche Sanierungen)
  • Forum für Fragen und Anregungen sowie Podium für Kooperation, Erfahrungsaustausch und Fortbildung
  • Stärken der heimischen Wirtschaft durch Aufträge und Einwerben weiterer Fördermittel (von Bund und Land) in die Region
  • Beratung bei Modernisierungsmaßnahmen durch Architekten und Ingenieure
  • Aktivieren ehrenamtlicher Leistungen zum Klimaschutz
  • Hohe Qualität durch handwerklich hochwertige Ausführung
  • Unterstützen und Fördern fortschrittlicher Technologie und zukunftsweisender Architektur (Solartechnologie, Passivhäuser usw.)
  • Erhöhen des Wohnkomforts und des Gebäudewertes durch Modernisierung
  • Steigerung der Mieterbindung und Vermietungsmöglichkeit
  • Ausgleichen von Energiepreissteigerungen durch geringeren Energieverbrauch

Das erste städtische Klimaschutzprogramm in Gütersloh aus dem Jahr 1995 war zunächst gekennzeichnet durch eine starke Ausrichtung auf den Aufgabenbereich einer klassischen Stadtverwaltung. Grundlage eines neuen Projektes, aus dem schließlich der Gütersloher KlimaTisch entstand, bildete die Tatsache, dass die wärme- und energietechnische Verbesserung des Gebäudebestandes in Gütersloh ein gewaltiges Energieeinsparpotenzial birgt, das die Stadtverwaltung nicht aus eigener Kraft ausschöpfen kann. Neben den Klimaschutzeffekten durch Energieeinsparung spielte dabei besonders auch noch der wirtschaftliche Nutzen von Investitionen in die Altbausanierung und die damit verbundenen Auswirkungen auf die heimischen Investitionen eine entscheidende Rolle.

Wegen der ökologischen und ökonomischen Chancen der Gebäudesanierung hatte die Stadtverwaltung die Gründung eines Gütersloher KlimaTisches angeregt mit der Zielsetzung, die energetische Verbesserung der Gütersloher Altbausubstanz umfassend zu fördern. Hierzu wurden alle Beteiligten an einen Tisch geholt, die mit der Gebäudesanierung befasst sind. Im Sommer 1997 begann die Arbeit des KlimaTisches mit einer Auftaktveranstaltung unter Beteiligung des Bauministeriums NRW mit vielen Akteuren aus dem Bereich der Altbausanierung, z. B. Architekten, Planer, Haustechniker, Ingenieure, Handwerker der verschiedenen Gewerke, Kreishandwerkerschaft, Baustoffhandel, Kreditinstitute, Stadtwerke und Stadtverwaltung Gütersloh sowie Wohnungsunternehmen und Verbände wie Haus und Grund.

Arbeitsgruppen befassten sich mit Energieeinsparpotenzialen, Bauphysik, Haustechnik und Marketing. Arbeitsziel war, einheitliche Beratungsempfehlungen für die energetische Altbausanierung zu formulieren sowie Qualitätsstandards festzulegen, um ein gemeinsames Auftreten in der Öffentlichkeit vorzubereiten.

Gleichzeitig erfolgte eine Erhebung bei Hauseigentümern, um Zustand, Energieverbrauch und Sanierungspotenzial von Gebäuden abschätzen zu können. Alle Ergebnisse und die Broschüre "Altbau sanieren - für die Zukunft investieren" wurden bei einer Abschlussveranstaltung der Öffentlichkeit vorgestellt.

Zudem wurde das städtische Förderprogramm "Altbausanierung" vom Rat verabschiedet. Die Arbeiten zur Förderung der Altbausanierung gingen z.T. auf den Verein Gütersloher KlimaTisch über, der 1999 gegründet wurde, seit über 15 Jahren besteht und mehr als 100 Mitglieder (Architekten, Baustoffhandel, Handwerker, Ingenieure, Stadt, Stadtwerke, Kreditinstitute) umfasst.

Die Arbeit des KlimaTisches und der Stadt Gütersloh könnte durchaus zur Nachahmung beigetragen haben. Beispielsweise sind weitere Klimatische bzw. ähnliche Initiativen z. B. in Duisburg (ehemaliger Gütersloher Umweltdezernent), Bielefeld (örtliche Nähe), Herford (örtliche Nähe bzw. hiesiger Energieberater als Beteiligter), Versmold (dort Vorstellen des hiesigen Projektes) und Siegen (ehemaliger Gütersloher Umweltamtsmitarbeiter) eingerichtet worden. Ebenso werden seit einiger Zeit, ähnlich wie in Gütersloh, auch in Siegen Energie-Aktionstage nach ähnlichem Muster durchgeführt. Auf örtlicher Ebene haben beispielsweise einzelne Energieaktionstage dazu beigetragen, dass Ratsuchende entsprechende Sanierungsmaßnahmen kennen lernen, diese ebenfalls durchführen und ihr Objekt wiederum für einen Energieaktionstag zur Verfügung stellen.

Der Stadt Gütersloh entstanden im Zusammenhang mit den Vorarbeiten, der Gründung und den ersten Arbeitsphasen des Gütersloher KlimaTisches bis etwa Februar 2002 Sachkosten in Höhe von etwa 31.000 Euro. Diese Kosten ergaben sich zunächst für den organisatorischen Rahmen (z. B. Auftakt- und Abschlussveranstaltung, Vereinsgründung), im Wesentlichen dann aber im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit (Gestaltung und Druck der ersten Broschüre sowie der Neuauflage, weitere Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit wie verschiedene Faltblätter, Poster, Großplakate, Aufkleber, Zollstöcke mit KlimaTisch-Logo, Preisausschreiben usw.). Anschließend arbeitete der Gütersloher KlimaTisch völlig eigenständig und trägt sich über Mitgliedsbeiträge. Seine Kosten beispielsweise für Neuauflagen der Broschüren werden über Werbeanzeigen weitgehend refinanziert.

Die Gründung des Vereins Gütersloher KlimaTisch erfolgte Anfang 1999; damals umfasste er etwa 70 Mitglieder. Bis heute stieg die Mitgliederzahl auf mehr als 100 und der Verein kann im Jahre 2014 bereits auf sein 15-jähriges Bestehen zurückblicken. Die Mitglieder sind fast ausschließlich gewerbliche Akteure wie Handwerksbetriebe, Ingenieur- und Architektenbüros sowie Institute und Verbände, die bei der Altbausanierung aktiv sind. Alle Mitglieder haben Aufnahmeanträge unterschrieben und sich zur Einhaltung von Beratungs- und Gütestandards verpflichtet.

Durch die Arbeit des Gütersloher KlimaTisches, die langjährige Durchführung der Gütersloher Energieaktionstage zusammen mit verschiedenen Kooperationspartnern sowie auch mit Unterstützung des städtischen Förderprogramms sind die in den folgenden Abbildungen beispielhaft dargestellten Ergebnisse erzielt worden:

Die bisherigen positiven Auswirkungen sowohl für die heimische Wirtschaft als auch für den Klimaschutz sind von großer Bedeutung. Es ist gelungen, ein positives Klima für den Klimaschutz im Alt- und Neubaubereich sowie beispielsweise auch für Solaranlagen in Gütersloh zu schaffen. In Gütersloh ist somit ein vorbildliches Beratungsnetzwerk vorhanden, in dem sich die Gütersloher Bürger und Bürgerinnen in Sachen Klimaschutz und Energiesparen gut aufgehoben fühlen können.

Nächste Schritte
Gütersloher Altbau-Preis 2015; Beteiligung im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes der Stadt Gütersloh

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