:metabolon

 
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Der im oberbergischen Lindlar gelegene Projektstandort :metabolon steht für die durch den Rheinisch-Bergischen Kreis und Oberbergischen Kreis gemeinsam getragene Neuausrichtung des hochmodernen Entsorgungszentrum Leppe zu einem Kompetenz-, Lern- und Innovationsort für Erneuerbare Energien, Energie- und Ressourceneffizienz, Stoffumwandlung und standortbezogene Umwelttechniken und –technologien. Ziel des Projektes ist es, das am Standort gewonnene und gebündelte Wissen an eine möglichst breite Bevölkerung zu vermitteln, die Akteure aus der Region bei Projekten und Ideen zu unterstützen sowie die gesamte Region zu stärken.

Als zentrale Standbeine des Projektes wurden fünf Schwerpunkte identifiziert:

Der außerschulische Lernort
Der Lernort :metabolon setzt das Motto „Lebenslanges Lernen“ um. Derzeit bestehen Lernangebote und Kooperationen für Kindergärten (Haus der Kleinen Forscher), Grundschulen und Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I (zum Umgang mit den Ressourcen und zum Thema Holz), Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe II (zu den Erneuerbaren Energien in Kooperation mit der Technischen Hochschule Köln), Studenten und Erwachsene (z.B. Hausmeisterschulungen).

Außerhochschulischer Standort der Forschungsgemeinschaft :metabolon
Die Forschungsgemeinschaft ist eine Kooperation des Bergischen Abfallwirtschaftsverbandes mit der Technischen Hochschule Köln. In der Forschungshalle befinden sich hochmoderne Laborräume sowie verschiedene Pilotanlagen (Biogasanlagen, Hydrothermale Carbonisierung, Biomasseverbrennung, Aufbereitung von Sickerwässern), an denen unter praxisnahen Bedingungen geforscht werden kann. Geforscht wird an der Aufbereitung von Reststoffen, die in der heutigen Gesellschaft anfallen, mit dem Ziel, einen möglichst hochwertigen Rohstoff zu produzieren, Nutzungskaskaden zu erforschen sowie die Gewinnung von Energie.

Bergisches Energiekompetenzzentrum
Das Energiekompetenzzentrum beherbergt eine betreute Dauerausstellung zu den Themen Erneuerbare Energie, Energieeffizienz und Energetische Gebäudesanierung, die seitens interessierter Bürger oder Fachpersonen besucht wird. Ausgestellt werden u.a. Biomasseheizungen, Dämmmaterialien und weitere Technologien namhafter Hersteller. Weiterhin beinhaltet das Gebäude Veranstaltungsräumlichkeiten, die von regionalen Akteuren (u.a. Landwirtschaftskammer NRW, Waldbauernverband NRW, IHK Köln, Kreishandwerkerschaft Bergisches Land, Architektenkammer NRW) als Lehr und Informationszentrum genutzt werden.

Nachhaltiges Gewerbegebiet
Hier findet weiterhin die Abfallwirtschaft (Vergärung und Kompostierung der Bioabfälle, Müllumschlagplatz, Sammelstellen für Sonder- und Elektroabfälle) statt, es wurde aber auch ein Biomassehof angelegt, auf dem regionaler Kompost und hölzerne Brennmaterialien vermarktet werden. Weiterhin findet im Gewerbegebiet die Verstromung des Biogases und Deponiegases, welche am Standort produziert werden, statt. 

Freizeit und Erholung
Verschiedensten Freizeit und Erholungsangebote wurden in Kooperation mit Vereinen, Clubs und Verbänden aus der Region, z.B. Mountainbiking, Segway fahren oder Longboarding etabliert und können nach Absprache mit den jeweiligen Betreibern der Flächen genutzt werden. Im Bergischen Energiekompetenzzentrum gibt es weiterhin ein Bistro mit angeschlossenem Spielplatz. Regelmäßig finden Konzerte, z.B. in der Holzhackschnitzellagerhalle, statt. :metabolon bietet aber auch eine schöne Aussichtsplattform mit spektakulärem Blick über das bergische Land sowie die längste Doppelrutsche Deutschlands.

Das im oberbergischen Lindlar verortete Entsorgungszentrum Leppe diente seit Anfang der 80`er Jahre als zentraler Deponiestandort für die Region, um den Wirtschaftsstandort auch nach dem Verbot der Organikdeponierung in Deutschland langfristig erhalten zu können, bewarb sich der Bergische Abfallwirtschaftsverband gemeinsam mit den beiden bergischen Kreisen beim Strukturförderprogramm Regionale 2010. Ziel der Bewerbung war es, den Standort unter dem Namen :metabolon zu einem Kompetenz-, Innovations- und Lernstandort für die Themen Erneuerbare Energien, Energie- und Ressourceneffizienz Stoffumwandlung und standortbezogene Umwelttechniken und –technologien zu entwickeln und für die Öffentlichkeit unter dem Stichwort „Gläserne Deponie“ zu öffnen und erfahrbar zu machen. Das Konzept des Projektstandortes beinhaltete die Etablierung neuester Technologien genauso wie den Fokus auf den Wissenstransfer. 

Durch die vielen Aktivitäten auf :metabolon gilt der Standort als beispielhaftes Projekt im Land NRW, rückt aber auch stetig weiter in internationales Interesse, was durch Besuche verschiedenster internationaler Delegationen, z.B. aus Nord- und Südamerika, oder dem afrikanischen oder asiatischen Raum belegt wird. Dies führt zu vielen Kooperationen und gemeinsamen Projekten auf internationaler Ebene, wobei hier insbesondere die Forschung im Vordergrund steht.

metabolon wird stetig, den aktuellen gesellschaftlichen Bedarfen entsprechend weiterentwickelt. Dies beinhaltet zum Bespiel:

  • Die Etablierung des Europäisches Kompetenzzentrum für Ressourcenmanagement im Bereich der Forschung
  • Den Ausbau des Außerschulischen Lernortes für die Sekundarstufe II in Kooperation mit der Technischen Hochschule Köln
  • Die Ausweitung der Ausstellung im Bergischen Energiekompetenzzentrum zum barrierefreien Wohnen
  • Die Unterstützung der Region beim Aufbau eines Zero Emission Gewerbegebietes
  • Die Information der Qualifizierung, Weiterbildung und Information der kommunalen Akteure zum Beispiel zur Verwendung von Holzbauweise für Flüchtlingsunterkünfte

Die Umwandlung des Entsorgungszentrums zu :metabolon fand im Rahmen des Strukturförderprogramms Regionale 2010 statt. Über die Regionale 2010 wurde entlang des Rheintals eine Projektfamilie unter dem Namen „Gärten der Technik“ gefördert. :metabolon wurde somit über Mittel der Europäischen Union und des Landes Nordrhein-Westfalen ermöglicht.

Um die einzelnen Bereiche von :metabolon wurde ein breites Netzwerk etabliert, welches die regionalen Akteure aus den verschiedensten Themengebieten zusammenführt und stetig den aktuellen Bedarfen entsprechend weiterentwickelt wird, hierzu gehören u.a. zentrale Akteure aus der Forst- und Holzwirtschaft, Unternehmen, Industrie und Gewerbe, Politik, Klimaschutz, Forschung und viele mehr. Die Akteure nutzen die Angebote auf :metabolon gerne und finden hier stets die richtigen Partner für gemeinsame Projekte. Während der Fokus des Standortes in den frühen Jahren auf dem Rheinisch-Bergischen Kreis und dem Oberbergischen Kreis lag, hat sich in den letzten Jahren die Region, die die Angebote von :metabolon nutzt, um den Rhein-Sieg-Kreis, Rhein-Erft-Kreis, den Rhein-Kreis Neuss sowie die Stadt Leverkusen vergrößert. Aufgrund der großen Reichweite und den vielen Akteuren und Netzwerkpartnern, die auf :metabolon verortet sind, bündeln sich die Klimaschutzaktivitäten aus der Region am Projektstandort – denn insbesondere Themen wir der Klimaschutz lassen sich gut gemeinsam bearbeiten, so kann man von den Erfahrungen der Partnerkommunen profitieren und gemeinsam neue Projekte initiieren.

Für die Region kristallisiert sich :metabolon als wichtiger Standort zur Förderung des regionalen Wirtschaftsstandortes heraus, denn durch die vielen Kooperationen und die umfangreichen Lehr- und Bildungsangebote bleibt die Region auch für die junge Bevölkerung interessant. Neben dem Aufzeigen der Berufsfelder z.B. im technischen Bereich, soll mit den verschiedenen Angeboten des Standortes eine möglichst breite Bevölkerung angesprochen werden und für die zentralen Kernthemen und einen verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen sensibilisiert werden.

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