Einsatz von Spannungsstabilisatoren zur Reduzierung des Strombedarfs auf ein Minimum

 

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Die Umwelt, technische Anlagen und Gerätschaften sowie der Geldbeutel leiden unter den zu hohen Spannungen beim Strombezug. Ein Mittel dem entgegen zu wirken, ist der Einsatz von Spannungsstabilisatoren, wie im Landkreis Schaumburg erfolgreich unter Beweis gestellt wurde.

Spannungsstabilisator, © Landkreis Schaumburg

Spannungsstabilisator
©Landkreis Schaumburg

Europaweit liefern Energieversorger eine höhere Spannung als tatsächlich benötigt wird. Grund hierfür ist die zunehmende Stromeinspeisung durch neue Energieanlagen wie Solar- und Windkraftanlagen. Die dem Verbraucher anliegende Spannung sollte in Deutschland gewöhnlich jeweils 230 Volt bei einphasigen bzw. 400 Volt bei dreiphasigen Stromkreisen betragen. Eine Schwankung von zehn Prozent nach oben oder unten ist jedoch zulässig und üblich. Hierdurch ergibt sich ein Spannungsspektrum von 207 – 253 Volt bzw. 360 – 440 Volt. Die Folgen der erhöhten Spannung und somit auch der erhöhten Stromabnahme sind erhöhte CO2-Emissionen, höhere Energiekosten sowie ein schnellerer Geräteverschleiß, der sich insbesondere bei den Leuchtmitteln wiederspiegelt. Da elektrische Betriebsmittel jedoch so ausgelegt sind, dass sie ihre Nennwerte bei minimal zulässiger Spannung erreichen müssen, ist eine Stabilisierung der Spannung nach unten hin möglich ohne die Funktionalität der elektrischen Betriebsmittel negativ zu beeinträchtigen.

Der Landkreis Schaumburg, der über mehr als 100 Liegenschaften verfügt, entschied sich im Mai 2009, im Rahmen von Energieeinsparungsmöglichkeiten diesen Umstand zu nutzen und durch den Einsatz von Spannungsstabilisatoren den Stromverbrauch zu senken.

Als geeigneter Standort für den Einsatz einer solchen Anlage wurde das Sportzentrum in Bad Nennendorf ermittelt. Das Sportzentrum ist ein Bau der späten 1970er Jahre und umfasst einen Sportplatz mit Flutlichtanlage, zwei Sporthallen sowie einen Hallenbad auf einer Fläche von etwa 5.700 m2. Vorteil hier, die Amortisationszeit fällt kürzer als an anderen Standorten aus und durch die zentrale Versorgung von einer Niederspannungshauptverteilung profitieren gleich vier Anlagen vom Einsatz des Spannungsstabilisators. Durch die geringen Ausmaße des Stabilisators, der mit 1,2 m Breite, 1,7 m Höhe und 0,6 m Tiefe einem Aktenschrank gleichkommt, konnte die Installation ohne zusätzliche Raumkapazitäten Ende August 2009 realisiert werden.

Die Kosten für die Anlage beliefen sich auf 24.000 Euro und konnten ohne zusätzliche Inanspruchnahme von Fördermitteln aus dem Haushalt des Landkreises sowie der Samtgemeinde beglichen werden.

Durch die Nutzung der Spannungsstabilisierungsanlage wird nur noch die Menge an Strom bezogen, die auch für den Betrieb elektrischer Anlagen und Gerätschaften benötigt wird. Im Resultat werden durch das konstante Halten der Spannung auf 210 Volt etwa 12 % Energie eingespart, was sich in einem verminderten Strombedarf von etwa 68.000 kWh sowie einer verminderten CO2-Emission von 43 t pro Jahr äußert.

Die erzielten Erfolge gaben Anlass zur Installation von drei zusätzlichen Anlagen an Schulstandorten im Landkreis, in den Jahren 2010 / 2011 während für 2012 die Installation von zwei weiteren Anlagen bereits bewilligt und im Jahreshaushalt eingeplant wurde.

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