Energieautark durch Einsatz von erneuerbaren Energien und eigener Strom- und Nahwärmenetze

 

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Durch die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Stadt, Anwohnern und dem Projektentwickler wurde erfolgreich ein besonderes Gesamtkonzept zur dezentralen und regenerativen Energieversorgung eines Ortsteils erstellt und umgesetzt.

Ortsschild, ©Stadt Treuenbrietzen

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©Stadt Treuenbrietzen

Energieautarker Ortsteil
Im Ortsteil Feldheim der brandenburgischen Stadt Treuenbrietzen ist es gelungen dank der guten partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen der Stadt, ihren Anwohnern sowie dem Projektentwickler Energiequelle GmbH ein besonderes Gesamtkonzept zu erstellen und erfolgreich umzusetzen. Im Rahmen dessen stellt ein Windpark, eine Biogasanlage, eine Holzhackschnitzelheizung sowie ein Solarpark die Basis für die Energieautarkie des Ortsteiles Feldheim sicher und liefert nachhaltig erzeugten Strom und Wärme.

EE-Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung
Der Windpark Feldheim, bestehend aus 43 Windenergieanlagen (WEA) und einer elektrischen Anschlussleistung von mehr als 74 MW, bildet hierbei das Rückgrat der Stromversorgung. Da die Erzeugung von Strom aus WEA windbedingt Schwankungen unterliegt wird der Windpark künftig durch einen Batteriespeicher der neuesten Generation ergänzt. Hierdurch wir überschüssig produzierte Energie zwischengespeichert und bei Bedarf wieder abgegeben.

Die Wärmebereitstellung für den Ortsteil erfolgt durch eine Biogasanlage mit einer elektrischen Anschlussleistung von 500 kW. Rohstoffe für den Betrieb sind Schweine- und Rindergülle sowie Maissilage und Getreideschrot aus der Region. Durch den Einsatz der Rohstoffe werden jährlich neben Wirtschaftsdünger 4.300 MWh Wärme erzeugt, wovon etwa 12,5 % zur Deckung des Eigenbedarfs genutzt werden und die verbleibenden rund 3.760 MWh in das Wärmenetz eingespeist werden. Zur Deckung von Wärmespitzenlasten kann bei Bedarf ein Holzhackschnitzel-Heizwerk mit einer Anschlussleistung von 300 kWel zugeschaltet werden.

Separates Strom- und Wärmenetz
Um den vor Ort erzeugten Strom bzw. die Wärme direkt an die Verbraucher/-innen zu leiten, wurde ein separates Nahwärme- und Stromversorgungsnetz errichtet. Hierdurch werden Kosten und Abhängigkeiten von den Netzen der traditionellen Energieversorger vermieden.

Eigentümerin des separaten Stromnetzes ist die Energiequelle GmbH und Co. WP Feldheim 2006 KG. Die Eigentümerin des separaten Nah-Wärmenetzes ist die Feldheim Energie GmbH & Co. KG. In dieser haben sich die angeschlossenen Haushalte, Unternehmen sowie die Stadt Treuenbrietzen zusammengeschlossen haben. Da der Bau von Strom- und Wärmenetzen jedoch mit hohen Kosten verbunden ist, die auch durch den Zusammenschluss nicht alleine bewältigt werden konnten, wurden neben Eigenkapital zusätzlich Mittel vom Land sowie aus EU-Förderprogrammen genutzt.

Wissen schaffen und vermitteln
In Zukunft soll die Leitzentrale für die energieautarke Versorgung des Ortsteils Feldheim ihren Sitz im Neue Energien Forum (NEF) haben. Aufgrund des Beispielcharakters und des Projektumfangs bietet es sich an, den Einsatz und die Steuerung von EE-Anlagen zu erforschen, Erfahrungen zu vertiefen und dieses Wissen zielgerichtet einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Daher umfasst das NEF eines der modernsten Forschungs- und Bildungszentren, welches sich dem Thema erneuerbare Energien widmet und auf über 1.000 m2Ausstellungsflächen, Vortragssäle, Seminar- und Schulungsräume, Büros und Werkstätten unterbringt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass durch den Einsatz verschiedener EE-Technologien der Strom- und Wärmebedarf ganzjährig für den Ortsteil Feldheim der Stadt Treuenbrietzen abgedeckt und eine Energieautarkie sichergestellt wird. Besonders hervorzuheben ist zudem auch die Errichtung des separaten Strom- und Wärmeverteilernetzes im Zusammenschluss mit Bewohner/-innen, Unternehmen sowie der Stadt Treuenbrietzen, was eine Unabhängigkeit von herkömmlichen Netzbetreibern sicher stellt sowie langfristig attraktive Preise bietet.


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