Handlungskonzept zur Klimaanpassung im Landkreis Neumarkt

 
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Mittels eines Handlungskonzeptes zur Anpassung an den Klimawandel verfügen der Landkreis Neumarkt sowie die kreisangehörigen Kommunen über einen Leitfaden für künftige Planungen und Maßnahmenumsetzungen.

Der Klimawandel birgt Herausforderungen, die es zu überwinden gilt. Zum einen muss der anthropogen bedingte Klimawandel soweit als möglich minimiert werden und zum anderen gilt es Maßnahmen zu ergreifen, um uns an die mit dem Klimawandel verbundenen Auswirkungen auf unsere Umwelt, Infrastruktur und unsere Gesundheit anzupassen. Durch den verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz werden bereits vielerorts Beiträge zum Klimaschutz geleistet. Maßnahmen zur Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels finden bisher jedoch kaum Berücksichtigung.

Der bayerische Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz geht an dieser Stelle mit gutem Beispiel voran und hat im Rahmen des Modellvorhabens „KLIMA MORO – Raumentwicklungsstrategien zum Klimawandel“ das Projekt „KlimaNeu“ umgesetzt und ein Handlungskonzept zur Entwicklung raumplanerischer Strategien und Maßnahmen zum Klimaschutz und insbesondere zur Anpassung an den Klimawandel erstellt.

Thematische Schwerpunkte des Konzeptes sind die Themen

  • Energie
  • Siedlungs- und Infrastruktur, Bauwesen, Gesundheit sowie
  • Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz, Tourismus

zu denen jeweils Workshops mit in der Region verantwortlichen Akteuren sowie interessierten Bürger/-innen durchgeführt wurden.

Ergänzt wurden die Themenschwerpunkte durch die begleitende Öffentlichkeitsarbeit, mit dem Ziel der Bewusstseinsbildung sowie einer Befragung der 19 kreisangehörigen Kommunen mittels Fragebögen. Zielstellung der Befragung war es herauszufinden, welche spezifischen Vulnerabilitäten und anfälligen Bereiche in den einzelnen Kommunen existieren. Ebenso galt es aber auch die klimawandelbedingten Möglichkeiten und Chancen zu ermitteln. Unter Gesamtbetrachtung des Handlungsbedarfs und der –potenziale galt es die resultierenden Handlungsempfehlungen auf die Bedürfnisse der jeweiligen Gemeinden abzustimmen.

Ziele des Modellvorhabens
In dem Modellvorhaben der Raumordnung (MORO) sollen regionale Klimaschutz- und Klimaanpassungsstrategien auf Basis des raumordnerischen Instrumentariums in acht Modellregionen entwickelt werden.

Im Fokus stehen die Erarbeitung von Vorschlägen zur Weiterentwicklung des raumordnerischen Instrumentariums und die Stärkung der Position der Regionalplanung in Regional Governance u.a. durch den Aufbau regionaler Netzwerke zum Thema Klimawandel.

Die acht Modellregionen sollen eine regionale Klimawandelstrategie formulieren und erste Umsetzungsschritte durchführen. Dazu zählt die Weiterentwicklung regionalplanerischer Instrumente im Zusammenspiel mit den fachplanerischen Instrumenten, sowohl im Hinblick auf vorhandene Instrumente (Regionalpläne) als auch in Richtung weitergehender Mittel (z.B. teilregionale Zielvereinbarungen) und der Fortschreibung der Regionalpläne.

Die Ziele der acht Modellvorhaben liegen vor allem in

  • der modellhaften Erprobung integrierter Handlungskonzepte und konkreter Lösungsansätze,
  • der Weiterentwicklung des integrierten Handlungsrahmens Klimaanpassung - "Blaupause" (siehe Rubrik "Veröffentlichungen in der Marginalspalte),
  • der Auswertung und Umsetzung des in anderen raum- und regionalplanungsrelevanten Forschungsprojekten und -programmen erarbeiteten Standes zum Klimawandel und Maßnahmen des Klimaschutzes und der Anpassung,
  • der Stärkung und Erweiterung des formalen wie auch informellen raumordnerischen Instrumentariums,
  • der Förderung regionaler Handlungsfähigkeit (Governance),
  • dem Aufbau dauerhaft tragfähiger Akteursnetzwerke,
  • der Beantwortung der Forschungsleitfragen,
  • der Entwicklung übertragbarer Konzepte,
  • der Ableitung weiterer Forschungsbedarfe.

Klimaanpassung ist ein wichtiger Baustein einer nachhaltigen Regionalentwicklung. Der Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz konnte während der mehrjährigen Aktivitäten im KlimaMORO zahlreiche regionale Akteure sensibilisieren. Damit wurden deutliche Impulse zu mehr regionaler Kooperation in der räumlichen Planung gegeben – denn Themen wie die Steuerung der Windenergienutzung oder die Stärkung der regionalen Grünzüge, auch zu Zwecken des vorbeugenden Hochwasserschutzes, sind eine gemeinschaftliche Aufgabe, die im Interesse aller Kommunen liegt. Walter Egelseer, Projektleiter beim Landratsamt Neumarkt i.d. OPf., und Prof. Christian Jacoby (Universität der Bundeswehr München, regionale Forschungsassistenz) sind sich einig: »Mit dem KlimaMORO konnten wir ganz neue Diskussionen in der Region anstoßen. Es wurde ein differenziertes Bild der Klimafolgen in der Region gezeichnet und in einem partizipativen Ansatz konkrete Herausforderungen, wie z. B. die Starkregenproblematik in einzelnen Kommunen, herausgearbeitet. Die Aktivitäten der Region wurden landesweit mit großer Aufmerksamkeit verfolgt und auch bei der Fortschreibung des Landesentwicklungsprogramms Bayern berücksichtig.

Finanzierung durch Eigenmittel des Landkreises und Fördermittel des BBSR

Durchführende Stelle des Pilotprojekts Landkreis Neumarkt - Klima Neu des Modellvorhabens "Raumentwicklungsstrategien zum Klimawandel" ist das Landratsamt Neumarkt. Das Pilotprojekt ist in Thematische Schwerpunkte unterteilt, die jeweils von unterschiedlichen Institutionen und Firmen betreut werden.

PROEKTKOORDINATION: Walter Egelseer, Landratsamt Neumarkt

REGIONALE FORSCHUNGSASSISTENZ: Prof. Jacoby, Universität der Bundeswehr, München

HANDLUNGSKONZEPTION, ÖFENTLICHKEITSARBEIT, MODERATION: Joachim Scheid, Valentum Consulting Group, Regensburg

MODERATION: Uwe Krappitz, Regina GmbH, Neumarkt

Träger, Akteure und Zielgruppen
Landkreis Neumarkt i.d. OPf. und Kreisangehörige Kommunen, Planungsverband Region Regensburg, Kreisangehörige kommunen des Landkreises Neumarkt i.d. OPf.

Mit der Erstellung des Konzeptes und den Erkenntnissen aus diesem Forschungsvorhaben, liegt dem Landkreis sowie den kreisangehörigen Kommunen ein Leitfaden zur Anpassung an den Klimawandel und somit zur Stärkung der Resilenz der regionalen Siedlungs-, Freiraum- und Infrastrukturen vor.


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