Faktor Klimawandel als Bestandteil der Stadtplanung Stuttgarts

 
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Der Klimawandel wirkt sich erheblich auf das Stadtklima aus und beeinflusst in zunehmendem Maße eine Vielzahl unserer Lebensbereiche. Eine angepasste Stadtplanung, wie sie schon seit langem in der Landeshauptstadt Stuttgart betrieben wird, ist daher essentiell.

Die unbestreitbare Tatsache, dass der Klimawandel stattfindet, stellt künftige Stadtplanungen vor neue Herausforderungen. Laut den Aussagen des Klimamonitoringberichts 2008, der im Rahmen des Kooperationsvorhabens „Klimaveränderung und Konsequenzen für die Wasserwirtschaft“ (KLIWA) unter Mitwirkung des Deutschen Wetterdienstes erstellt wurde, findet ein beschleunigter Anstieg des Temperaturmittels in Baden-Württemberg statt. Auswirkungen sind das vermehrte Auftreten von heißen Sommertagen mit der Folge weiter steigender Wärmeinseleffekte in den Städten. Dies ist für die Bevölkerung belastend.

Die Landeshauptstadt Stuttgart ist sich der Herausforderungen bewusst. Die Abteilung Stadtklimatologie bringt bereits seit vielen Jahren die klimatischen Belange in die Stadtplanung ein, um das Klima lokal zu verbessern. Durch den Klimawandel gewinnen diese Bemühungen, die von der Abteilung Stadtklimatologie gemeinsam mit dem Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung verfolgt werden,  noch mehr an Bedeutung.

Der Erhalt und der Ausbau von Grünflächen stellt hierbei einen wesentlichen Faktor in Bezug auf eine Klimafolgenanpassung und–minderung dar. Dies schließt naturnähere Flächen wie Wälder, Landwirtschaftsgebiete, Parks und Gärten mit ein. Darüber hinaus wird aber auch das „grüne Potenzial“ von Infrastruktursystemen genutzt. Dies spiegelt sich u.a. in Rasengleiskörpern der Stadtbahn, dem Straßenbegleitgrün sowie begrünten Dächern wieder.

Neben den positiven Eigenschaften von Grünflächen, z.B. als kühlere Ausgleichsflächen und durch kühlende Verschattungseffekte, die Staubfilterwirkung sowie ein verbessertes Niederschlagsaufnahme- und Abgabevermögen, spielen Frischluftschneisen für das urbane Klima eine wesentliche Rolle und finden in Verbindung mit Grünflächen Eingang in die städtischen Planungen zur Klimawandelanpassung. Frischluftschneisen führen dazu, dass nachts kühlere Luft hang- und talabwärts in die Stadt strömen kann und dort zur Erneuerung und Abkühlung der Luft beiträgt.

Stuttgarts Hauptdefizite sind die schlechte Durchlüftung und aus ausgeprägter Wärmeinseleffekt. Die thermische Situation droht sich klimawandelbedingt weiter zu verschärfen, gleichzeitig ist zukünftig mit häufigeren Extremniederschlägen und entsprechendem Rückstau / Flooding zu rechnen. Ziel ist es, die Stadtstruktur langfristig an die sich verändernden Randbedingungen anzupassen, beispielsweise hinsichtlich Durchlüftung, Verschattung oder Entsiegelung.   

Im Rahmen eines 2012 entwickelten Stuttgarter Anpassungskonzepts wurden auch verschieden neue Instrumente entwickelt, die derzeit schrittweise in Planungsprozesse implementiert werden. Hierzu gehört die Entwicklung eines Bewertungsverfahrens zur stadtklimatischen Bewertung von innerstädtischen Brachflächen und daraus abgeleitete Empfehlungen oder Restriktionen für die Nachnutzung.

Akteure:
Amt für Umweltschutz; Stadtklimatologie, städtische Ämter und Eigenbetriebe, Energie-/Wasserversorger; Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger

Eine angepasste Stadtplanung, die den Klimawandel sowie die Folgeeffekte für das urbane Klima berücksichtigt, stellt hohe Herausforderungen, ist jedoch aufgrund des Einflusses auf eine Vielzahl unserer Lebensbereiche (z. B. menschliche Gesundheit, Aufenthaltsqualität in der Stadt, Land- und Forstwirtschaft) essentiell. Die Landeshauptstadt Stuttgart hat dies bereits vor vielen Jahren erkannt und die Herausforderung angenommen. Weitergehende Informationen zu stadtklimatischen Faktoren und in die Praxis umgesetzten Projekten können z. B. dem Link bzw. der Broschüre „Der Klimawandel – Herausforderung für die Stadtklimatologie“ (pdf-Download unter Publikationen) entnommen werden.

Einige grundlegende Information können flächendecken für Stuttgart auch in der WebGIS-Anwendung „KlimaViewer“ (siehe Link) abgerufen werden.


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