Neue Wege der Mitarbeitersensibilisierung im Landkreis Reutlingen

 
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Die Mitarbeitersensibilisierung für Klimaschutz ging im Landkreis Reutlingen mit den stark ineinander verzahnten Projekten „Virtuelle Klimawoche“ und „Gib8 auf den Klimaschutz“ in eine neue, innovative Runde.

Logo Gib8

Kampagnenlogo.
Quelle: Landkreis Reutlingen
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Projektbeschreibung

Die Sensibilisierungskampagne bestand aus zwei Teilen:
In der virtuellen Klimawoche im Oktober 2013 widmete der Landkreis Reutlingen jedem Tag ein eigenes Thema zu Energie und Klimaschutz und lieferte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landratsamtes per Mail inhaltlich und gestalterisch aufbereitete Informationen direkt auf den Bildschirm. Hiermit umging er geschickt die Problematik der großen räumlichen Verteilung der einzelnen Verwaltungsstandorte. Mit den Mails zum Klimathema des Tages wurden zahlreiche weitere inhaltlich passende Tools, Hinweise oder Publikationen des Landkreises versendet.

Durch den innovativen Ansatz der „Gamification“ - die Verwendung spielerischer Elemente in einem sonst spielfremden Kontext – konnte auch das Interesse von vielen zusätzlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geweckt werden: Zu Beginn der virtuellen Klimawoche startete der Landkreis einen Aufruf zum „großen Klima-Quiz". Der Hintergrund: Um das Klima-Quiz lösen zu können, wurden spezifische Informationen zu Energie und Klimaschutz benötigt, die über die Informationen des jeweiligen Klimathemas des Tages zu bekommen waren. Als Anreiz zur Teilnahme gab es hierbei viele innovative, nachhaltige Preise zu gewinnen, wie etwa einen rein mit Wasser betriebenen Wecker, ein Solar-Kurbelradio oder Freikarten für die im Kreisgebiet gelegenen Thermen (Motto: „Erneuerbare Energien hautnah erleben!“).

Der Klima-Quiz-Fragebogen, in dem neben Klimawissen auch persönliche Energiespartipps erfragt wurden, schlug die Brücke zum zweiten Teil der Sensibilisierungskampagne, der Leitlinien-Kampagne „Gib8 auf den Klimaschutz“:

Foto ACE Gib8

Gib8-ACE-Snack.
Quelle: Landkreis Reutlingen
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Hierbei steht die langfristige Verankerung der Themen Energie und Klimaschutz im Arbeitsalltag der Mitarbeiterschaft im Vordergrund. Leitlinien hierfür sollten nicht durch eine einfache Dienstanweisung oder Rundmails der Mitarbeiterschaft „aufgedrückt“, sondern ebenfalls auf kreative Art und Weise präsentiert werden. Inhaltlich sollten sie weitgehend aus der Mitte der Verwaltung kommen, um ein möglichst großes Identifikationspotenzial zu stiften.

Bei der Auswertung der Klima-Quiz-Fragebögen wählte das Leitlinien-Team acht der vorgeschlagenen Energie- und Klimaschutz-Tipps aus und formulierte zu jedem eine Leitlinie in einem markanten Satz mit möglichst hohem Wiedererkennungswert. Die Kampagne „Gib8 auf den Klimaschutz“ war geboren.

Thermometer

Raumthermometer.
Quelle: Landkreis Reutlingen
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Die Leitlinien wurden initiativ über die Mitarbeiter-Zeitschrift „KLARText“ im Zuge der Berichterstattung über die virtuelle Klimawoche präsentiert. Zudem werden diese Leitlinien nun im Laufe der Monate und Jahre immer wieder auf unterschiedliche, prägnante Weise bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auftauchen: Die Bandbreite der Präsentation reicht z.B. von einfachen Aufklebern mit jeweils einer Leitlinie, über bedruckte Umlaufmappen und mit Leitlinien bedruckte ACE-Snacks zur Auslage bei Besprechungen bis hin zu Thermometern im Scheckkarten-Format. Letztere weisen mit der Leitlinie „Ein Grad runter - Energiesparwunder“ darauf hin, dass bereits die Reduktion der Raumtemperatur um ein Grad Celsius eine Energieersparnis von 6% erzeugt.

Nachdem im Landratsamt Reutlingen schon verschiedene Projekte zur Mitarbeitersensibilisierung durchgeführt und die Verwaltungsangestellten mit reichlich Informationsmaterialien versorgt worden waren, lag die Herausforderung bei der aktuellen Sensibilisierungskampagne darin, nicht nur die sowieso bestens informierten „Überzeugungstäter“ in der Mitarbeiterschaft zu erreichen, sondern auch jene, die sich mit Klimaschutz bisher eher wenig befasst haben. Zudem sollte die Kampagne alle Mitarbeiter der 17 Verwaltungsgebäude und der teilweise über 30 Kilometer entfernten Außenstellen erreichen. Wichtig war darüber hinaus, die Themen nicht nur einmalig zu kommunizieren, sondern - gemäß dem Motto „steter Tropfen höhlt den Stein“ - langfristig im Landkreis zu etablieren.

Die Projektidee zeichnet sich durch viel Charme und eine hohe Nachahmbarkeit bei eher geringen Kosten aus. Durch das Setzen von Anreizen und den spielerischen Umgang mit der Thematik konnten deutlich mehr Mitarbeiter angesprochen wären, als das beim bloßen Versenden eines Vermerks oder eines zentral statt findenden Tages der Energie der Fall gewesen wäre. Durch das regelmäßige, punktuelle Auftauchen der Leitlinien bei unterschiedlichen Anlässen, ist das Thema dauerhaft präsent in der Verwaltung, ohne dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich von der Thematik belästigt fühlen.

Finanziert wurde die Mitarbeitersensibilisierungskampagne durch das jährliche eea-Budget des Landkreises, bei der inhaltlichen Ausgestaltung wurde mit der KlimaschutzAgentur im Landkreis Reutlingen zusammengearbeitet.

Ergebnis
Zwar sind die Einsparwirkungen dieser umfassenden Mitarbeitersensibilisierungskampagne nicht ohne weiteres quantifizierbar - die Erfolge und die positiven Rückmeldungen dieser Projekte sind aber aufgrund der immensen Multiplikatorwirkungen als sehr hoch einzuschätzen. Da bei der Umsetzung dieser Kampagne eine hohe Nachahmbarkeit gegeben ist, wurde die Projektidee bereits länderübergreifend vorgestellt. Detaillierte Projektmaterialien wurden interessierten Klimaschutzmanager/-innen weitergeleitet.

Anregungen, Perspektiven, geplante Folgeprojekte
Die „Gib8“-Kampagne wird im Hinblick auf die Ergebnisse evaluiert und es werden bei Bedarf neue Formen der Kommunikation entwickelt bzw. bestehende Formen weiterentwickelt.

Logo eea

Projektstand 2014

© Bundesgeschäftsstelle European Energy Award