Kooperation des Schwarzwald-Baar-Kreises mit Landkreis Tuttlingen bei Deponie-Entgasung

 
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Unter gemeinsamer Nutzung der technischen Einrichtungen der benachbarten Hausmülldeponien Tuningen (Schwarzwald-Baar-Kreis) und Talheim (Landkreis Tuttlingen) wird eine energie- und kosteneffiziente Entgasung unter klimaschutzrelevanten Aspekten erzielt.

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Projektbeschreibung

Durch die gemeinsame Nutzung verschiedener technischer Einrichtungen (Verdichteranlage, Schwachgasverbrennung, Gasanalyse, Kondensatentwässerung, Zufuhr des Gutgases zu einem Blockheizkraftwerk) kann die Reduktion von Treibhausgasen durch die Landkreise Tuttlingen und  Schwarzwald-Baar-Kreis effizient realisiert werden.

Das im Jahr 2014 erstellte Deponiegaskonzept mit einem Umsetzungszeitraum bis 2025 sieht eine kontrollierte Aerobisierung und die Trennung des Gases in Gutgas mit Methankonzentration zwischen 30 und 40 Volumen-% und Schwachgas mit Methankonzentrationen von < 10 - 15 Volumen-% vor. Das Gutgas geht wie bisher, an ein in Nachbarschaft der Deponien liegendes Blockheizkraftwerk (BHKW), welches damit Strom und Nahwärme erzeugt, hauptsächlich für den Eigenbedarf. Wesentliche Idee und Innovation dieses Konzeptes ist die kontinuierliche und verstärkte Absaugung des Deponiegases in den niedrigeren Methankonzentrationsbereichen (Schwachgas) mit anschließender Verbrennung. Durch den erzeugten Unterdruck im gesamten Deponiekörper werden Emissionen über die Deponieoberfläche deutlich verringert oder sogar ganz verhindert und die Deponie wird mittelfristig in die sogenannte aerobe Phase gebracht. Langfristig ist damit die Verringerung der Methangasentwicklung in den Deponien und damit auch eine Reduzierung der Nachsorgeaufwendungen zu erwarten.

Auf der Deponie Tuningen (Betreiber: Schwarzwald-Baar-Kreis) wurde von 1978 bis 1985 der gesamte Abfall aus dem nördlichen Kreisgebiet abgelagert. 1986 bis 1996 wurde die Deponie gemeinsam von den beiden Landkreisen Schwarzwald-Baar und Tuttlingen verfüllt.

1997 erfolgte ein Übergang zur gemeinsamen Ablagerung auf der unmittelbar auf der Ostseite der Deponie Tuningen angrenzenden Deponie Talheim (Betreiber: Landkreis Tuttlingen). Ab 1998 wurde der gesamte Abfall aus dem nördlichen Kreisgebiet des Schwarzwald-Baar-Kreises sowie der Abfall des Landkreises Tuttlingen auf der Deponie Talheim abgelagert. Die Verfüllung der Deponie Tuningen wurde Ende 1997 eingestellt.

Lerneffekte
Durch das Kooperationsprojekt können die klimarelevanten Deponiegasemissionen nachhaltig vermindert und die Deponie mit verhältnismäßig geringem Aufwand langfristig aerobisiert und stabilisiert werden.

Anregungen, Perspektiven, geplante Folgeprojekte
Ein vergleichbares Konzept ist für eine weitere Deponie im Schwarzwald-Baar-Kreis geplant.

Kooperationen und Finanzierung
Die räumliche Nähe der beiden Deponien macht die Kooperation zwischen Landkreis Tuttlingen und Schwarzwald-Baar-Kreis bei der gemeinsamen Durchführung von Klimaschutzmaßnahmen sinnvoll.

Hierbei erfolgt die Finanzierung über die beiden Landkreise, wobei eine Förderung von 43,24 % über die Nationale Klimaschutzinitiative im Förderschwerpunkt „Förderung von Klimaschutzprojekten in sozialen, kulturellen und öffentlichen Einrichtungen“ (Förderpunkt zur – „aeroben in-situ Stabilisation von Deponien“) in Anspruch genommen werden konnte.

Unter gemeinsamer Nutzung der technischen Einrichtungen der benachbarten Hausmülldeponien Tuningen (Schwarzwald-Baar-Kreis) und Talheim (Landkreis Tuttlingen) (Verdichteranlage, Schwachgasverbrennung, Gasanalyse, Kondensatentwässerung, Zufuhr des Gutgas zu einem Blockheizkraftwerk) wird eine energie- und kosteneffiziente Entgasung unter klimaschutzrelevanten Aspekten erzielt.

Ergebnisse
Ergebnisse können nach Abschluss des Projekts (2025) aufgezeigt werden.

Bisherige Ziele des Schwachgaskonzeptes sind im Einzelnen:

  • Mittelfristig Aerobisierung durch kontrollierte und kontinuierliche Entgasung der Deponie
  • Minimierung der diffusen Methanemissionen bzw. der Gasmigrationen ins Deponieumfeld; Reduzierung der Treibhausgasemissionen um mindestens 50 % gegenüber dem Vergleichsszenario (Ist-Zustand)
  • Reduzierung des Reaktionspotenzials im Deponiekörper
  • Minimierung des Gefährdungspotenzials durch Schwefelwasserstoffbildung
  • Beschleunigung der Abbauprozesse im Deponiekörper über den Gaspfad
  • Verkürzung des Nachsorgezeitraums
  • Absaugung sämtlicher Gasfassungselemente unter optimalen Absaugbedingungen
  • Methangehalt im Schwachgasstrang: CH4 < 10 - 15 Volumen-%
  • Verschiebung des CH4-/CO2-Verhältnisses in Richtung CO2
  • Herstellung definierter Unterdruckverhältnisse im Deponiekörper
  • Thermische Behandlung des abgesaugten Deponiegases
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