Elektroauto für alle Bürger

 
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Die Gemeinde Ebhausen erwarb ein Elektroauto (Renault Zoe) für die ganze Bürgerschaft. Neben seiner Funktion als Dienstfahrzeug für die Verwaltung, kann es durch die Bürger als Car-Sharing gemietet werden, dient als Beförderungsdienst für mobilitätsbeeinträchtigte Personen und ergänzt den ÖPNV über einen festen Fahrplan an zwei Wochentagen.

 

Die Gemeinde Ebhausen erwarb ein Elektroauto (Typ: Renault Zoe) für die ganze Bürgerschaft. Nach einer Bürgerbefragung zeigte sich, dass verschiedene Nutzungsvarianten notwendig sind:

1) Car-Sharer können das Auto mieten und verzichten/ergänzen ihren Privat-Pkw-Bestand

 
 

2) Ehrenamtl. Fahrer/innen bieten einen Beförderungsdienst für Beeinträchtigte an. Besonders für Gehbehinderte und/oder Senioren war es wichtig, einen Fahrdienst zu  organisieren, sei es zu Arztterminen oder als Hilfestellung beim Einkaufen. Für diesen Bürgerdienst wurde ein Team aus ehrenamtlichen Fahrern gefunden.

3) auch als Dienstfahrzeug für die Verwaltung wird das E-Car genutzt.

 

4) als Ergänzung zum ÖPNV als Rundkurs für alle Ortsteile an zwei Wochentagen. Hierbei deckt das Fahrerteam auch feste Fahrtrouten ab, um die über den ÖPNV schlecht angebundenen Ortsteile in den Hauptort zu befördern (Einkäufe, Arztbesuche u.a.).

Im Detail:

  • 22.9.13: Vorstellung des Projektes im Rahmen der Energietage mit Möglichkeit, ausgeliehene Elektrofahrzeuge kennen zu lernen. Start der Bürgerfragebogenaktion.
  • 26.10.13 Bürgerworkshop zum geplanten Erwerb
  • Beratung und Beschlussfassung im Gemeinderat, Ausschreibung
  • 30.3.14 Vorstellung des E-Fahrzeuges und der verschiedenen Einsatzmöglichkeiten im Rahmen einer Leistungsschau
  • Errichtung der dazugehörigen PV-Anlage auf dem Rathausdach, Einbau Puffer und Aufbau Ladestation
  • 1.6.14 Einsatz im Regelbetrieb
  • am 19.3.15 Bürger-Projektwerkstatt zur Optimierung des Fahrzeugeinsatzes
  • Im Foyer des Rathauses wurde zur Darstellung und Nutzung der CO² neutralen Stromerzeugung ein Monitor installiert (Visualisierung).
 
 

Drei Grundziele sollten verfolgt werden:

  1. Die schlechte ÖPNV-Anbindung, insbesondere der Ortsteile, sollte ergänzt und damit verbessert werden (Feste Route).
  2. Für Nicht-Mobile Bürgerinnen und Bürger sollte durch ehrenamtliche Fahrdienste ein Angebot entstehen, um die täglichen Belange besser bewältigen zu können (Fahrt zum Arzt, Fahrt/Mithilfe beim Einkauf).
  3. Sollte das Auto auch einen Beitrag zu Reduzierung des CO² Ausstoßes leisten – daher die Ausführung Elektroauto und die Car-Sharer-Variante (Ersatz für Familienzweitauto).

Besonders erfreulich ist, dass nicht nur die Bürger, die den Fahrdienst in Anspruch nehmen, profitieren, sondern auch die Fahrer selbst: sie berichten von einer persönlichen Bereicherung, guten Erfahrungen im sozialen Miteinander über die Wertschätzung ihrer Hilfe.

Bei dem Projekt arbeitet die Gemeinde Ebhausen mit dem Land Baden-Württemberg (Ideenwettbewerb „Elektromobiliät Ländlicher Raum“) und im Rahmen des Projektes „Nordschwarzwald: Region Elektromobiler Bürger“ mit der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald zusammen.

Finanzierung

Fahrzeugkosten: 23.432,30 €
Kosten Ladesäule: 2.233,63 €
Kosten PV-Anlage u. Installation kompl.: 29.346,92 €
Kosten Speicher: 8.517,16 €
Kosten Visualisierung: 4.675,82 €

 

Sonstige Kosten (Buchungssystem, Versicherung, Werbung Leasing FZ-Akku., Ausstattung usw.): 10.951,85 €
Summe: 79.157,68 €

 

Zuschuss Land Baden-Württemberg: 35.156.01 €

 

BaFA  (f. Visualisierung): 2.400,00 €
Eigenanteil Gemeinde: 41.601,67 €

FZ gekauft, Batterie für 36 Monate geleast!

Das von der Gemeinde initiierte Projekt wird sehr gut angenommen, das Fahrzeug hat sich zu einem echten Bürgerauto entwickelt, die Nutzungszahlen der Car-Sharer sind (noch) untergeordnet. Mehr und mehr werden aber die Berührungsängste mit dem E-Fahrzeug abgebaut, so dass wir uns auch hier langfristig eine Steigerung erhoffen, was dann mit der Anschaffung eines zweiten Fahrzeugs einhergehen würde.

Die jährlichen Unterhaltskosten belaufen sich auf rund 6000 Euro (einschl. Entschädigung für ehrenamtliche  Fahrer) und sind als Bürgerservice gerechtfertigt. Die (E-)Mobilität der Bürger wurde erheblich gesteigert.

Die Auslastung des Fahrzeugs stößt mit zunehmender Akzeptanz an die Grenzen. Erste Überlegungen über die Anschaffung eines zweiten Fahrzeugs (größer, um Gehhilfen unkomplizierter einzuladen) laufen.

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