emma - e-mobil mit anschluss

 
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Unter dem Namen „emma“ wurde im Landkreis Bodenseekreis ein innovatives Mobilitätsangebot geschaffen. Ziel des vom BMWI geförderten Projekts war es, die Verkehrsverhältnisse in der Bodenseeregion zu verbessern, z.B. durch Ergänzung des öffentlichen Verkehrs um Elektrofahrzeuge. Das heißt: auf Strecken, wo sonst kein oder nur selten ein Bus fährt, wird künftig ein Elektroauto eingesetzt. Darüber hinaus können Elektrofahrzeuge im Carsharing-System genutzt werden. Die im Förderprojekt geschaffene Ladesäulen-Infrastruktur steht auch privaten E-Car-Besitzern zur Verfügung.

Im November 2012 ist im Landkreis Bodenseekreis unter dem Namen „emma“ ein innovatives Mobilitätsangebot gestartet. Ziel war es, die Verkehrsverhältnisse in der Bodenseeregion zu verbessern, z.B. durch Ergänzung des öffentlichen Verkehrs um Elektrofahrzeuge. Das heißt: auf Strecken, wo sonst kein oder nur selten ein Bus fährt, wird künftig ein Elektroauto eingesetzt. Die Elektrofahrzeuge können dabei telefonisch oder per App geordert werden und fahren somit bedarfsgesteuert nur die Haltestellen an, an denen auch Fahrgäste ein- oder aussteigen. Das dazu notwendige Disposystem wurde zusammen mit dem Verkehrsverbund bodo eingeführt und leitet die Fahrer zu ihrem jeweils nächsten Fahrtziel.

In der Landkreisgemeinde Meckenbeuren wird dieser elektromobile Rufbus seit 2014 durch ehrenamtliche Fahrer des eigens dafür gegründeten Vereins „BürgerMobil Meckenbeuren e.V.“ gelenkt.

Darüber hinaus können Elektrofahrzeuge im Carsharing-System genutzt werden. In Zusammenarbeit mit den Hochschulen in Friedrichshafen wurde mit „CampusMobil“ ein speziell für den ländlichen Raum und sehr kurzen Strecken geeignetes Tarifsystem entwickelt, bei dem Elektroautos an mehreren Stationen ohne Reservierung und zu einem günstigen Pauschalpreis ausgeliehen werden können.

Die geschaffene Ladesäulen-Infrastruktur mit insgesamt 68 Ladepunkte, davon 24 im Stadtgebiet Friedrichshafen und 44 in den Landkreiskommunen, steht auch privaten E-Car-Besitzern zur Verfügung.

Als wesentliches Entwicklungsziel konnte der Zugang zu den Ladesäulen barrierefrei und auch für durchreisende Elektroauto-Fahrer komfortabel per Smartphone nutzbar gestaltet werden.

Die Standorte der Ladeinfrastruktur wurden aus dem Nahverkehrsplan heraus entwickelt, somit finden sich heute an fast allen Bahnhöfen und großen Bus-Stationen im Landkreis Bodenseekreis öffentliche Ladesäulen.

Zudem wurde ein komfortabler Routenplaner entwickelt, der öffentliche Verkehrsmittel mit dem privaten Transport verknüpft.

Wie die Nutzer auf diese neuen Mobilitätsmöglichkeiten reagieren und ob sie angenommen werden, wurde im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitforschung untersucht.

Projektziel war die Ergänzung und Verbesserung des Öffentlichen Nahverkehrs um Elektrofahrzeuge und Entwicklung eines integrierten Verkehrsangebots sowohl für Einwohner als auch für Gäste des Bodenseekreises.

Der Landkreis Bodenseekreis bietet eine ideale Projektkulisse zum Testen verschiedener Nutzerszenarien. Er verfügt sowohl über städtische Verdichtungszonen, die in den ländlichen Raum übergehen, als auch über vielfältige touristische Angebote. Zudem lassen sich hier unterschiedliche Zielgruppen – Wohnbevölkerung, Pendler, Messebesucher und Touristen – gleichermaßen erreichen und in ihrem Umgang mit fortschrittlichen Mobilitätskonzepten untersuchen.

Im Projekt „emma“ wurden Elektroautos dreifach vernetzt: In das bestehende System des öffentlichen Nahverkehrs, in das Energiesystem mit mehreren Energieversorgern im Bodenseekreis sowie über moderne IKT Systeme zur barrierefreien Nutzung.

Der Landkreis hat für die 23 Gemeinden des Bodenseekreises eine Bündelungsfunktion übernommen, um eine einheitliche Ladeinfrastruktur im Kreisgebiet und im Gebiet von drei verschiedenen Energieversorgern zu realisieren und um neue Nutzungskonzepte für das Carsharing zu entwickeln.

Die freie Zugänglichkeit zu den Ladesäulen wurde in einer Grenzregion mit Ladekunden aus Österreich und der Schweiz und den benachbarten Kreisen in Baden-Württemberg und Bayern realisiert.

Zur Vernetzung der Akteure, die auch zukünftig die Elektromobilität in der Region weiter voranbringen sowie zur Publikation der Projektergebnisse und weiter nutzbaren Mobilitätsangebote wurde eine Internetplattform entwickelt. Unter www.emobil-im-sueden werden Veranstaltungen, aktuelle Aktivitäten und Entwicklungen in der Region gebündelt und veröffentlicht. 

Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mit insgesamt 3,6 Mio. Euro gefördert im Rahmen der Modellregionen Elektromobilität. Die Kosten des Gesamtprojekts betrugen 6,4 Mio. Euro.

Das Projekt wurde von einem Konsortium aus neun Projektpartnern durchgeführt.

Das Landratsamt Bodenseekreis hatte dabei die wesentliche Rolle und Aufgabe, den Aufbau einer vom Nahverkehrsplan abgeleiteten, bedarfsorientierten Ladeinfrastruktur in den 23 Landkreisgemeinden zu koordinieren. 

Eingebunden wurden die Bürgermeister und Bauämter aller Landkreisgemeinden, der Verkehrsverbund bodo, alle drei im Bodenseekreis agierenden Energieversorger, mehrere Autohäuser sowie Naturschutzzentren und Schulen des Landkreises.

Der Gedanke des Carsharings, der in Städten gut und wirtschaftlich funktioniert, lässt sich nicht direkt auf den ländlichen Raum übertragen. Nur durch zusätzliche, kreative Nutzungskonzepte auf Gemeindeebene, die die Grundauslastung der Fahrzeuge garantieren und mit Beteiligung und am Bedarf der Bürger orientiert, lassen sich Elemente des Carsharings auf dem Land realisieren, stellen dann aber eine gute Ergänzung des konventionellen ÖPNV-Angebotes dar.

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