GrowSmarter - Blaupause für eine nachhaltige Stadtentwicklung

 
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Die Stadt Köln möchte mit dem Projekt GrowSmarter den Stadtteil Mülheim als Blaupause für eine nachhaltige Stadtentwicklung etablieren und die Stegerwaldsiedlung energetisch sanieren. Innerhalb des engagierten Projekts werden Erneuerungen und Veränderungen in den Bereichen Wohnen, Mobilität und Energie unter Zuhilfenahme neuer Informations- und Kommunikationstechnologien während der fünfjährigen Laufzeit umgesetzt.

Die Stadt Köln (ca. 1.060.000 Einwohner) möchte mit dem Projekt GrowSmarter den Stadtteil Mülheim als Blaupause für eine nachhaltige Stadtentwicklung etablieren. Zu diesem Zweck hat sich Köln dem Städtekonsortium aus Stockholm und Barcelona angeschlossen, um gemeinsam Fördergelder aus dem Horizon 2020 Programm der Europäischen Union zu erhalten. Mit dem Zuschlag von insgesamt 25 Mio. Euro können die Städte ihre ambitionierten Projekte im Bereich der Mobilität, Energie und Informations- und Telekommunikationstechnologie (IKT) umsetzen. Das Gesamtprojekt hat eine Laufzeit von 5 Jahren. Durch das Projekt sollen sowohl der CO2 Ausstoß und der Energieverbrauch gesenkt werden als auch die Luftqualität im urbanen Raum verbessert, die Feinstaubbelastung gesenkt, sowie ein Beitrag zu einer nachhaltigen Mobilität geleistet werden, um damit aktiv dazu beizutragen, die Klimaschutzziele der EU zu erreichen.

Projektpartner der Stadt Köln sind die RheinEnergie, Kölner Verkehrsbetriebe, Deutsche Wohnungsgesellschaft mbH,  (ui) the urban institute®, AGT international, cambio, ampido und microsoft. Außerdem ist Ziel des Projekts, die Bürger und Bürgerinnen der Stadt Köln durch einen umfassenden Partizipationsprozess in die Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen. Neben regelmäßigen Informationsveranstaltungen haben die Bürger und Bürgerinnen die Möglichkeit, ihre Anregungen und Kritik im Projektbüro der Stegerwaldsiedlung persönlich vorzubringen. Neben digitalen Informationsangeboten auf den Webseiten grow-smarter.eu und smartcity-cologne.de gibt es für die analog handelnden Bewohner der Stegerwaldsiedlung seit Januar 2016 eine Sprechstunde in den Räumlichkeiten des "Café Stegerwald", bei der im 14-tägigen Rhythmus eine Ansprechperson der Stadt Köln zur Beantwortung der Fragen zum Projekt GrowSmarter anwesend ist.

Die Stegerwaldsiedlung wird energetisch saniert. Durch SmartMeter wird den Mietern der individuelle Energieverbrauch verdeutlicht. Die Bewohner können sich somit fortlaufend über den aktuellen Stromverbrauch informieren. Ziel ist ein besseres Konsumverhalten, welches letztlich den einzelnen Mieter finanziell entlastet und gleichzeitig die Umwelt schont. Photovoltaikanlagen erzeugen auf den Dächern der Stegerwaldsiedlung Strom. Damit dieser Strom weitestgehend in der Stegerwaldsiedlung erzeugt und verbraucht wird, werden Stromspeicher eingesetzt. Das Gesamtsystem wird durch eine Software (Siedlungsmanagement) gesteuert, um den Autarkiegrad der Siedlung zu maximieren.

Der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) kommt in diesem Projekt eine Schlüsselstellung zu. Sie hat die Aufgabe, die verschiedenen Projektmaßnahmen durch den Austausch von Daten miteinander zu verknüpfen und in der Anwendung zu optimieren. Zudem soll sie den Endverbraucher darin bestärken, die eingeführten Neuerungen gewinnbringend in seinen Alltag einzubauen. Hierzu wird eine Datenplattform erstellt auf der Daten gesammelt, verwaltet und veredelt werden. Ziel ist es, durch die Verknüpfung von Informationen aus den Bereichen Mobilität, Energie und integrierte Infrastrukturen Mehrwerte zu erzeugen und die Stadt und die Bürger bei seinen Entscheidungsfindungen zu unterstützen. Bei den bereitgestellten Daten wird unterschieden zwischen „offenen Daten“, die für alle frei zugänglich sind und „geschlossenen Daten“, die nur bestimmten Nutzern zugänglich sind. So werden zum Beispiel nicht personenbezogene Verkehrsdaten der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Der von der Photovoltaikanlage produzierte Strom wird primär für die Speisung der Wärmepumpen verwendet und steht dann dem Mieter zur Verfügung. Überschüsse werden in den Batterien gespeichert und in das Netz eingespeist. Geplant ist, bilanziell anzugeben, wie viele km die Elektroautos mit dem eingespeisten Strom hätten fahren können. Um eine optimale Versorgung der Mieter zu gewährleisten, wird der Strom- und Wärmekreislauf vom Siedlungsmanagement auf der Basis der Konsum- und Produktionsdaten gesteuert. Köln hat sich zum Ziel gesetzt, mit Hilfe der IKT die Bereiche Mobilität und Energie intelligent miteinander zu verknüpfen. Die Zielsetzung besteht darin, ein Gesamtkonzept zu entwickeln, welches eine wesentlich höhere Effizienz in allen Teilbereichen des Projektes generiert als es eine getrennte und sektorale Betrachtung erzeugen könnte. Die Stadt Köln möchte erfolgreiche Konzepte auch auf andere Stadtteile übertragen.

Im Bereich der Mobilität sollen an neuralgischen Punkten (Bahnhöfe, Plätze, etc.) Mobilstationen aufgebaut werden, welche der Bevölkerung verschiedene Formen von Mobilität ermöglichen, um den eigenen PKW abschaffen zu können. Hier werden car-sharing, E-Mobilität, Ladestationen und Bike bzw. E-Bike-sharing angeboten. Außerdem können benötigte Parkplätze mit Hilfe einer Parking-App online reserviert und gebucht werden. Gestaltungsvorgaben für die Beschilderung der Mobilstationen, die aus den Planungsgrundsätzen für die Stadt Köln resultierten sollen nun für alle Mobilstationen in NRW gelten, siehe auch: Handbuch Mobilstationen und der Gestaltungsleitfaden für das NRW-Design von Mobilstationen: http://www.zukunftsnetz-mobilitaet.nrw.de/mobilstationen.

Das Gesamtkonzept kann somit verschiedene Aspekte einer nachhaltigen Stadtentwicklung ansprechen. Die Partner sind davon überzeugt, dass diese Konzeption neue Gestaltungs- und Geschäftsperspektiven für die Bereiche Mobilität, Energie und IKT in Köln ermöglicht.  Diese sollen aufgegriffen werden und auf andere Stadtteile Kölns übertragen werden. Somit können neue Konzepte der nachhaltigen Stadtentwicklung für die ganze Stadt nutzbar gemacht werden. Neue Geschäftsfelder können die lokale Wirtschaft unterstützen und Arbeitsplätze schaffen.

Zu den Zielen des Projekts gehören sowohl die Senkung des CO2-Ausstoßes bis zu 60 % als auch die Reduzierung von externer Primärenergiezufuhr um bis zu 70 %.

Die im Rahmen des EU-Projektes erarbeiteten Konzeptionen werden allen Bürger und Bürgerinnen in der EU zugutekommen. Zu diesem Zweck sind neben den direkten Partner auch sogenannte „Follower Cities“ am Projekt beteiligt. Diese Städte, aus allen Teilen der EU, werden verschiedene Konzeptionen in die eigenen Pläne zur nachhaltigen Stadtentwicklung integrieren. Während verschiedener Besuche in den Projektstädten können sie sich über die Umsetzung der Projekte informieren und die Erfahrungen für die eigene Stadtentwicklung nutzen. 

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