Meerbusch Radaktiv

 
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Die Kampagne „Meerbusch Radaktiv“ umfasst eine Vielzahl von Aktionen, Informations- und Kommunikationsmaßnahmen und soll als strategisches Vorgehen mittelfristig über mindestens 2 Jahre in Meerbusch Bestand haben.

Es wurde bereits früh erkannt, dass eine Zunahme und Verlagerung vom MIV nur dann ermöglicht werden kann, wenn eine entsprechende qualitative Infrastruktur und eine positive Einstellung zum Radfahren geboten ist.

Bezüglich der Infrastruktur ist die Stadt Meerbusch weiterhin im Rahmen ihrer Möglichkeiten bestrebt, das vorhandene Radwegenetz weiter auszubauen, zu optimieren und auch die begleitende Infrastruktur (Abstellanlagen, Fahrradboxen etc.) zu verbessern. Alle Maßnahmen sind aktuell z.T. im fortgeschrittenen Planungsstadium und werden kontinuierlich bearbeitet. Ebenso befindet sich das Radwegekonzept in Überarbeitung und Weiterentwicklung. Es wird voraussichtlich 2017 abgeschlossen sein.

Was nützt eine gute Infrastruktur, eine radverkehrsprädestinierte Topografie und Geografie wenn sie nur von einem (vergleichsweise) geringen Teil der Bevölkerung angenommen und genutzt wird? Ausgehend von dieser Frage wird das Thema „Aktive Mobilität per Fahrrad“ durch eine umfangreiche Informations- und Kommunikationskampagne beworben:

Meerbusch Radaktiv – Die Kampagne
Die Kampagne „Meerbusch Radaktiv“ umfasst eine Vielzahl von Aktionen, Informations- und Kommunikationsmaßnahmen und soll als strategisches Vorgehen mittelfristig über mindestens 2 Jahre in Meerbusch Bestand haben.

Informations- und Kommunikationskampagnen dienen dazu, allmählich eine „neue Kultur“ des Radfahrens im Alltag zu verankern: „über die individuelle Ansprache zur  individuellen und langfristig kollektiven Verhaltensänderung!“

Synergieeffekte durch das Verknüpfen mit aktuellen Trends, wie dem E-Bike, können genutzt werden, um das Radfahren weiter zu stärken. Ebenso dienen erfolgreiche „Aktion rund um das Thema Radfahren“ dazu, ein länger anhaltendes positives Image zu schaffen und die Präsenz des Rades hervorzuheben.

Die Kampagne „Meerbusch Radaktiv“ wurde erstmalig auf dem Osterather Parkfest am 01. Mai 2017 vorgestellt. In Zusammenarbeit mit einer lokalen Druck- und Medienagentur wurde im Vorfeld ein Logo entworfen, das zukünftig auf Plakatserien, Werbeartikeln, Presseaufrufen etc. erscheinen soll und so einen Wiedererkennungswert in Verbindung mit allen fahrradfördernden Aktionen erhält. Zusätzlich wurden erste Flyer konzipiert, die die Kampagne und insbesondere die Zielsetzung unter dem Motto „Meerbusch Radaktiv“ vorstellen.

Erste Umsetzungen stellen den Anfang einer – zunächst – auf mindestens 2 Jahre angelegten Informations- und Kommunikationskampagne dar, in der ein abgestimmtes Maßnahmenbündel den Anteil des Radverkehrs signifikant erhöhen soll.

Das Fahrrad ist angesichts der flachen Topografie Meerbuschs ein ideales Verkehrsmittel – sowohl in Ergänzung zum ÖPNV für Berufspendler als auch für Alltagserledigungen oder in der Freizeit. Die geografische Lage der 8 Ortsteile und ihre Nahversorgungszentren bieten ideale Voraussetzungen für eine „aktive Mobilität der kurzen Wege“ innerhalb des Stadtgebietes.

Darüber hinaus liegen auch die Entfernungen zu den Zentren der o.g. Nachbarstädte in einem Bereich, der problemlos mit dem Fahrrad zu bewältigen ist. Dies betrifft zum einen die hohe Zahl der berufsbedingten Ein- und Auspendler und zum anderen den Meerbuscher Bevölkerungsteil, der Einkäufe und andere Dinge in den Nachbarstädten erledigt.
Die direkte Lage am Rhein ist entlang der Stadtgrenze durchgehend als Naherholungsgebiet geeignet. Der 11 Kilometer lange Deich und der ca. 3 m breiten Fuß- und Radweg sorgen – nicht nur im Freizeitbereich - für ideale Bedingungen.

Insgesamt zeigt sich eine hohe Zahl an täglichen Ein- und Auspendlern, eine sehr hohe PKW-Dichte (660 PKW/1000 Einwohner bzw. 794 PKW/1000 Einwohner >=18 Jahre), aber eben auch eine hohe Verfügbarkeit von Fahrrädern. Umfrageergebnisse zeigten, dass 87 von 100 Haushalten über mindestens ein Fahrrad verfügen. Allerdings zeigt sich auch, dass der Anteil der Radfahrer mit 19% im innergemeindlichen Verkehr bzw. 14% im gemeindeüberschreitenden Quell- und Zielverkehr vergleichsweise gering ist (Stand 2013).

Die „Förderung des Radverkehrs“ ist ein zentraler Baustein  im Rahmen der gesamtstädtischen Klimaschutzkonzeption und ihrer Zielsetzung. Welche Einsparpotentiale durch eine vermehrte  Fahrradnutzung z.B. bezüglich CO2 möglich sind, lassen sich näherungsweise ermitteln:

  • Der Umstieg von 1% der Autofahrer (MIV) sowohl im Binnen- als auch im Quell- und Zielverkehr auf das Fahrrad spart täglich ca. 1,4 Tonnen CO2 ein.
     
  • Wird nur eine Wegstrecke [Wegehäufigkeit 3.9/Tag] statt mit dem Auto mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt, kann das ca. 5 Tonnen CO2 täglich einsparen.

Der Umstieg auf das Auto ist zeitgemäß, gesund, gut für das Klima und die Lebensqualität einer Stadt.

Eine verstärkte Radverkehrsförderung verursacht indirekte CO2-Einsparungen, die langfristig über eine Modal-Split-Analyse näherungsweise erfasst werden können.

Ein Fahrradshopper der Firma Andersen wurde bereits mit dem Logo versehen und konnte mit Hilfe von Sponsoren und dem Umweltförderverein zu einem vergünstigten Preis an interessierte Bürger verkauft werden. Diese sollen letztlich als Multiplikatoren dienen und im Alltag aufzeigen, dass es Alternativen zum PKW bei den täglichen Einkäufen gibt. Diese Aktion soll weiter ausgebaut werden, z.B. durch die Einbindung des örtlichen Einzelhandels zur Schaffung eines fahrradfreundlichen Einkaufklimas.

Der Entwurf eines „Pedalometers“ wurde erarbeitet. Bei dieser Distanzscheibe werden die folgenden Attribute durch einfache Handhabung - ähnlich einer Parkscheibe – ersichtlich:

  • Entfernung der Ortsteile voneinander entlang von Radwegen
  • Dauer der Fahrt
  • Einsparung von CO2-Emissionen
  • Verbrauchte Kalorien
  • Kosteneinsparung im Vergleich zum Pkw


Das Pedalometer veranschaulicht deutlich, dass das Radfahren individuelle Aspekte z.B. der Gesundheit auf der einen Seite und des Klimaschutzes andererseits vereint und zusätzlich geldsparend wirkt. Diese als Give-Away auf Aktionsständen und weiteren Aktionen gedachte Scheibe soll insbesondere die Kommunikation und die Auseinandersetzung mit dem Thema fördern. Sie kann und soll darüber hinaus aber auch im schulischen Kontext Verwendung finden, da sie einen „fast“ spielerischen Einstieg in den Themenkomplex ermöglicht.  

Das zugrundeliegende Datenmodell basiert auf fundierten Daten und könnte u.U. auf andere Regionen, Gebiete und/oder Parameter etc. umgestellt werden. Eine Umsetzung als App erscheint zukünftig auch möglich, allerdings sind Aufwand und Kosten derzeit nicht abzuschätzen.

Im Rahmen der AGFS-Mitgliedschaft wurden Fördermittel für die Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit beantragt.

Um auch Informationen über die Effektivität aller durchgeführten Maßnahmen zu erhalten, soll die gesamte Kampagne evaluiert werden. Hierfür dienen als „hartes“ Kriterium zum einen die Zahl der täglichen Radfahrer im Stadtgebiet und zum anderen der Bekanntheitsgrad der Kampagne „Meerbusch RADAKTIV“ und ihrer Inhalte und Intention innerhalb der Meerbuscher Bevölkerung.

In Planung sind hier u.a. die Einrichtung weiterer Zählstationen im Stadtgebiet und die Durchführung von Befragungen. Alle Daten werden statistisch mit entsprechender Berichtstellung ausgewertet.

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