Zertifizierung zur dena-Energieeffizienzkommune

 
Selbsteinschätzung der Kommune

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Durch den Aufbau eines Energie- und Klimaschutzmanagements in der kommunalen Verwaltung sollen Energieverbrauch und -kosten kommunaler Gebäude reduziert werden. Durch Reduktion der CO2 – Emissionen wird gleichzeitig ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet.

Im Rahmen der Umsetzung des Masterplans 100% Klimaschutz wurde eine Zertifizierung der Verwaltung zur energieeffizienten Kommune durchgeführt. Herten ist seit November 2017 erste dena-Energieeffizienz-Kommune in Nordrhein-Westfalen und hat den Zertifizierungsprozess in der Rekordzeit von eineinhalb Jahren durchgeführt.

Der Prozess erfolgte in mehreren Stufen:

  • Aufbau einer Organisationsstruktur mit der ressortübergreifenden „AG Energieeffiziente Verwaltung“, die für das Energiemanagement verantwortlich ist
  • Entwicklung eines Leitbildes (Anlage) das die Zielsetzung formuliert
  • Erfassung, Analyse der Verbrauchsdaten kommunaler Gebäude mit einem Bewertungssystem
  • Erstellung eines Energieberichts (Anlage) und Maßnahmenkatalogs
  • Umsetzung der Maßnahmen im Zeitraum von 3 Jahren

Zu den Maßnahmen gehören ein Monitoring und Controlling der Energieverbräuche kommunaler Gebäude mit dem Ziel, 3% CO2 und 2% des ermittelten Gesamtenergieverbrauchs innerhalb von 3 Jahren einzusparen.

Erreicht werden sollen die Ziele durch die energetische Sanierung verschiedener Gebäude, wie z.B. Schulen, Kultur- und Freizeiteinrichtungen.

Außerdem ist eine Überprüfung der Gebäudetechnik in den Schulen unter Einbeziehung der Hertener Stadtwerke und der Hausmeister vorgesehen, um eine Optimierung zu erzielen.

Herten ist eine von 19 Kommunen, die in der ersten Runde für das Projekt Masterplan 100% Klimaschutz des Bundes ausgewählt wurden. Bis zum Jahr 2020 soll der CO2-Ausstoß in Herten gemessen an 1990 um 27% sinken. Dieses Ziel konnte bereits 2016 erreicht werden. Bis 2030 soll der CO2-Ausstoß um 65% sinken, weshalb die Anstrengungen mit dem Ziel der Klimaneutralität 2050 verstärkt werden müssen, wozu auch die dena-Zertifizierung nachhaltig beitragen soll. Auf dem Weg in eine klimafreundliche Zukunft sieht Herten sich mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert.

Strukturwandel: Herten als ehemals einer der größten Kohleproduzenten Europas, befindet sich seit der Schließung der letzten Zeche im Jahr 2008 im Strukturwandel und damit im Spannungsfeld zwischen industriellem und sozialem Umbruch und der Entwicklung neuer Technologien.

Klimawandel: Der Treibhauseffekt als weltweites Problem macht ein aktives Handeln vor Ort notwendig. Schon seit 40 Jahren engagiert Herten sich mit Projekten für den Schutz der natürlichen Ressourcen und den Klimaschutz. Damit besetzt die Stadt seit langem eine Nische, die andere Kommunen gerade erst für sich entdeckt haben.    

Demografischer Wandel: Die Bevölkerung Hertens verändert sich. Sie wird zugleich älter, vielfältiger und seit kurzem steigt auch wieder die Kinderzahl durch Zuwanderung und höhere Geburtenraten. Durch kleinere Haushaltsgrößen steigt auch die Zahl der Haushalte. In Zukunft wird es darum gehen, die Qualitäten Hertens durch eine nachhaltige Stadtentwicklung zu stärken.
Kommunikation und Kooperation: In allen Bereichen hat die Verwaltung ein wirksames Netzwerk mit den Hertener Stadtwerken, Unternehmen, Handwerk, Hochschulen und engagierter Bürgerschaft aufgebaut. Herten beteiligt sich an verschiedenen Netzwerken (Klimabündnis, Covenant of Mayors…) und hat eine Resolution zu den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen verabschiedet. Mit der Zertifizierung erfüllt die Stadt auch ihre Vorbildfunktion für die vielen Akteure und zeigt beispielhaft wie Klimaschutz Schritt für Schritt realisiert werden kann. Dabei muss die Kommune die Ziele des Stärkungspaktgesetztes NRW im Auge behalten, d.h. es werden prioritär Maßnahmen umgesetzt, die Einsparungen für den kommunalen Haushalt erzielen.

Im Spannungsfeld zwischen Haushaltskonsolidierung und Klimazielen sind die durch den Zertifizierungsprozess geschaffenen Strukturen ein wichtiges Instrument für eine nachhaltige Entwicklung.

Gerade die Schulprojekte, aber auch zum Beispiel die Sanierung des städtischen Kulturzentrums und der Bibliothek im „Glashaus“ erfolgt mit verschiedenen Beteiligungsformaten wie Klimapreis, Umweltbildung, Sonderausstellungen in der Bibliothek, Energiedetektiven in den Schulen etc. Dadurch wird eine Breitenwirkung auch in die Bürgerschaft erreicht und wird die Nachhaltigkeit punktueller technischer Maßnahmen verbessert.

Durch die enge Zusammenarbeit mit den Hertener Stadtwerken konnte auch im Bereich der Stromversorgung (Stromkennzahl 2g/kwH) und der Wärmeversorgung (Wärme aus BHKW’s und einem Abfallheizkraftwerk) auch die Energieversorgung umweltfreundlich gestaltet werden.

Die Stadt beteiligt sich an den Programmen von Bund und Land für Kommunen (z.B. „Gute Schule“) und nutzt die Fördermöglichkeiten von Land, Bund und EU im Bereich der Städtebauförderung. Mit den Hertener Stadtwerken wurde auch eine Kooperation im Bereich der Schulsanierung und des Aufbaus von Solaranlagen auf kommunalen Gebäuden eingegangen.

Nachhaltige Datenerfassung und Kennzahlensystem als Grundlage für Planung und gezielte Maßnahmen.

Ressortübergreifende Verantwortung für Energiemanagement kommunaler Liegenschaften.


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