eCOEmobil - Elektromobilität für den Kreis Coesfeld

 
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Im Rahmen des Projektes eCOEmobil installiert der Kreis Coesfeld in seinen Kommunen baugleiche Ladesäulen für Elektroautos und installiert damit eine flächendeckend einheitliche Ladeinfrastruktur für diese Fahrzeuge – als erster Kreis bundesweit.

Mit dem Projekt "eCOEmobil - Elektromobilität für den Kreis Coesfeld" realisiert der Kreis Coesfeld die bundesweit erste flächendeckende Ladeinfrastruktur für Elektroautos mit einheitlichem Abrechnungssystem. In einem Gemeinschaftsprojekt mit den elf kreisangehörigen Städten und Gemeinden, die dafür die erforderlichen Parkplätze für die Elektroladesäulen zur Verfügung gestellt haben, werden die Ladesäulen von der Gesellschaft des Kreises Coesfeld zur Förderung regenerativer Energien mbH (GFC), einer Gesellschaft des Kreises Coesfeld, installiert und betrieben.

Das Projekt ist im August 2016 mit der Installation der ersten Ladesäule auf dem Besucherparkplatz des Kreishauses in Coesfeld gestartet. Nach Abstimmung mit den Städten und Gemeinden wurden im März 2017 weitere zehn Ladesäulen aufgestellt, die elfte folgt im Frühjahr 2018. Die Ladesäulen wurden auf öffentlichen Parkplätzen und bevorzugt in Ortszentren installiert – zur Stärkung der Ortskerne, an touristisch interessanten Zielen zur Förderung des Tourismus oder an Bahnhöfen zur Vernetzung mit dem öffentlichen Nahverkehr. Ziel des Projektes ist es, den Fahrerinnen und Fahrern von Elektroautos eine verlässliche, da kreisweit einheitliche Ladeinfrastruktur verfügbar zu machen und somit Anreize für diese zukunftsweisende Technologie zu schaffen.

Bei dem Projekt "eCOEmobil - Elektromobilität für den Kreis Coesfeld" handelt es sich um ein Leuchtturmprojekt des Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzeptes, das im Jahr 2015 aufgestellt wurde und unter anderem den Anteil an CO2-Emissionen aus unterschiedlichen Sektoren aufzeigte. Demnach werden fast die Hälfte der CO2-Emissionen im Kreis Coesfeld durch den Verkehrssektor verursacht. Dies nahm der Kreis Coesfeld zum Anlass, das Thema Mobilität intensiver zu beleuchten und um Maßnahmen zu ergreifen, die CO2-Emissionen des Verkehrssektors zu reduzieren.

Eine Status-quo-Erhebung ergab, dass kreisweit weder flächendeckend Ladesäulen vorhanden waren, dass die bestehenden nicht alle öffentlich zugänglich waren und von unterschiedlichen Anbietern mit unterschiedlichen Abrechnungssystemen und mit z.T. stark voneinander abweichenden Gesamtladekosten betrieben wurden. Besitzer eines Elektroautos waren daher gezwungen, bei mehreren Anbietern angemeldet zu sein, um ihr Auto an bestehenden Ladesäulen aufzuladen. Die geringe Abdeckung mit Ladesäulen, ein uneinheitliches Abrechnungssystem und vergleichsweise hohe Kosten bei einigen Anbietern sind nicht nur nutzerunfreundlich, sondern machen Elektroautos auch wenig attraktiv.

Ziel des Projektes war es deshalb, einen kreisweiten Standard zu erreichen – mit einer einheitlichen Ladeinfrastruktur, die den Fahrern von Elektroautos zur Verfügung steht und eine überörtliche Nutzung wirklich praktikabel macht. Dazu stellte die GFC jeder Kommune, unabhängig von ihrer Größe und der Lage entlang von Hauptverkehrsrouten oder Pendlerrouten, mindestens eine Ladesäule auf einem öffentlichen Parkplatz kostenlos zur Verfügung.

Die Umsetzung dieser  öffentlichen und flächendeckenden Ladeinfrastruktur für Elektroautos mit einem einheitlichen Abrechnungssystem in einem gesamten Kreisgebiet ist bundesweit einmalig. Die Reichweite der derzeit bzw. zum Projektstart auf dem Markt befindlichen Elektroautos macht eine flächendeckende Ladeinfrastruktur notwendig. Diese existiert bislang nur in einzelnen Stadtgebieten und nicht in einem gesamten Kreisgebiet. Dadurch wird die Mobilität von Nutzern reiner Elektroautos erheblich eingeschränkt.

Die Standorte der Ladesäulen wurden in enger Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden sowie den Netzbetreibern ausgewählt. Grundsätzlich wurden die Standorte so gewählt, dass diese zur Stärkung der Innenstädte und zur Verknüpfung mit dem öffentlichen Nahverkehr beitragen oder an touristisch interessanten Zielen gelegen sind.

Die Abrechnung erfolgt über den Backendservice der Firma NewMotion und gewährleistet die Anbindung an Europas größtes bereits bestehendes Netz an Ladesäulen. Hierdurch wird ein weiteres Inselsystem vermieden und eine nutzerfreundliche Variante realisiert. Zur Benutzung der eCOEmobil Ladesäulen wird lediglich die Ladekarte der Firma NewMotion benötigt, die kostenlos bezogen werden kann und zusätzlich an einem Großteil der in Deutschland bestehenden Ladesäulen genutzt werden kann.

Durch die im Kreis Coesfeld ausgebaute Infrastruktur für Elektroautos und der Einführung eines einheitlichen Abrechnungssystems werden Anreize für diese zukunftsweisende Technologie geschaffen. Denn aufgrund der fehlenden Infrastruktur fiel bei der Kaufentscheidung die Wahl eher auf ein Auto mit Verbrennungsmotor als auf ein Elektroauto. Durch die geringe Anzahl gekaufter Elektroautos wurde mangels Nachfrage nicht genügend in die Ladeinfrastruktur investiert. Mit der Aufstellung der Ladesäulen wird nun dem sogenannten "Henne-Ei-Problem" entgegengewirkt.

Für das Projekt „eCOEmobil – Elektromobilität für den Kreis Coesfeld“ wurden keine Fördermittel in Anspruch genommen, da zu dem Zeitpunkt keine entsprechenden Förderprogramme zur Verfügung standen.

Kooperationspartner im Projekt sind alle Städte und Gemeinden im Kreis sowie die örtlichen Netzbetreiber, die die Kosten für den Tiefbau und den Netzanschluss übernommen haben. Im Gegenzug können die Netzbetreiber die Stromversorgung für die Elektromobilität aus ihrem Netz an den Ladesäulen und in den Medien bewerben.

Darüber hinaus angefallene Kosten wurden durch den Kreis Coesfeld und die GFC finanziert.

Durch die im Kreis Coesfeld ausgebaute Infrastruktur für Elektroautos und der Einführung eines einheitlichen Abrechnungssystems werden Anreize für diese zukunftsweisende Technologie geschaffen. Denn aufgrund der fehlenden Infrastruktur fiel bei der Kaufentscheidung die Wahl eher auf ein Auto mit Verbrennungsmotor als auf ein Elektroauto. Durch die geringe Anzahl gekaufter Elektroautos wurde mangels Nachfrage nicht genügend in die Ladeinfrastruktur investiert. Mit der Aufstellung der Ladesäulen wird nun dem sogenannten "Henne-Ei-Problem" entgegengewirkt. Das macht sich nun auch in den Zulassungszahlen von Elektroautos bemerkbar, die sich alleine im Jahr 2017 mehr als verdoppelt haben

Der Einsatz von Elektroautos ist sinnvoll, wenn der Strom aus erneuerbaren Energien bezogen wird, denn nur dann kann von einer klimafreundlichen Mobilität gesprochen werden. Da für das Projekt „eCOEmobil“ nur Sponsoren gewonnen wurden, die ihren Strom zu 100% aus erneuerbaren Energien beziehen, trägt das Projekt auch mit dazu bei, die Akzeptanz der Gesellschaft für erneuerbare Energien zu erhöhen.

Die CO2-Emissionen, die allein durch die erste von der GFC installierte Ladesäule eingespart wurden, betragen 340 kg von August 2016 bis Februar 2017. Insgesamt kann mit dem Netz an Ladestationen rechnerisch ad-hoc eine CO2-Einsparung von über 10 t pro Jahr ermittelt werden. Bezogen auf den Kreis Coesfeld bietet sich mit Blick auf den Anteil der verkehrsinduzierten Emissionen an den gesamten CO2-Emissionen im Kreis Coesfeld aber noch ein sehr viel größeres Potenzial.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Energie- und Prozesstechnik der FH Münster von Prof. Dr.-Ing. Christof Wetter wurde im Rahmen einer Bachelor-Arbeit eine Auswertung der Ladesäuleninfrastruktur des Projektes „eCOEmobil“ erstellt, die daraufhin deutet, dass sich nicht alle Standorte gleichermaßen gut eignen. Es zeigt sich, dass vor allem die innenstadtnahen Standorte gut genutzt werden sowie die Ladesäulen an touristisch interessanten Zielen. Die Nutzungsdauer unterscheidet sich in diesen beiden Fällen. Die Ladedauer an den Ladesäulen in den innerstädtischen Bereichen ist deutlich kürzer, als an den touristisch interessanten Zielen.


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