Mobil mit Bürgerbussen in Kevelaer

 
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Die Idee Bürgerbusse in Kevelaer einzusetzen, entstand bereits 1995, als der erste Bürgerbusverein gegründet wurde. Der Bürgerbus gilt als ein immer noch ungewöhnliches Instrument im öffentlichen Personennahverkehr. Er stellt jedoch für seinen speziellen Einsatzzweck ein besonders attraktives Mobilitätsangebot dar.

In Kevelaer (29.000 Einwohner) gibt es seit Jahren Bürgerbusse, die mehrere Ortschaften mit der Stadt Kevelaer verbinden. Der Bürgerbus ist zunächst ganz normaler Linienverkehr auf einer konzessionierten Linie mit Fahrplan, Haltestellen und einem genehmigten Tarif und er wird nach den Regelungen des Personenbeförderungsrechtes betrieben. Gleich danach kommt aber schon das Besondere: der Bürgerbus wird von ehrenamtlich tätigen Fahrerinnen und Fahrern gefahren, die sich in einem Bürgerbusverein zusammenschließen und ihren öffentlichen Nahverkehr in die eigenen Hände nehmen wollen. Die Fahrerinnen und Fahrer, in vielen Fällen Pensionäre, wechseln sich nach einem abgestimmten Dienstplan etwa alle 2 bis 4 Stunden ab und fahren im Durchschnitt ungefähr 2 bis 4 Mal im Monat. Da dem konventionellen Linienverkehr keine Konkurrenz gemacht werden soll, beschränkt sich das Einsatzgebiet auf Bereiche und Zeiten, in denen ein Busverkehr nach den üblichen Maßstäben wirtschaftlich nicht tragfähig wäre. Dementsprechend, und weil die Fahrerinnen und Fahrer keinen Busführerschein besitzen, wird auch nur ein Kleinbus mit maximal 8 Fahrgastplätzen eingesetzt. Die verkehrsrechtliche Verantwortung übernimmt ein Verkehrsunternehmen als Kooperationspartner.

In Kevelaer wurde der erste Bürgerbusverein 1995 gegründet, ging ein Jahr später in Betrieb und verband die Ortschaft Twisteden an das Ortszentrum. Drei Jahre später war das Interesse an einer besseren Busanbindung in den drei anderen Ortschaften Kervenheim, Wetten und Winnekendonk so groß geworden, dass sich auch da jeweils ein Bürgerbusverein gegründet hat und seit 1999 nun vier Bürgerbusse durch das Stadtgebiet fahren. Auch wenn vier Bürgerbusvereine in einer Gemeinde ungewöhnlich sind, ist Kevelaer nicht der einzige Ort, in dem nur ein Bürgerbus fährt. Zwei oder sogar drei Bürgerbusangebote können z.B. auch in Willich, Warendorf, Wetten an der Ruhr oder Hamminkeln in Anspruch genommen werden. In Kevelaer fahren mittlerweile nur noch Niederflurfahrzeuge, die auch zur Beförderung von behinderten Personen ausgestattet sind.

Jeder Bürgerbus erschließt seine Ortschaft und verbindet diese an den Ortskern. Ein gemeinsamer Umstiegspunkt, an dem alle vier Busse eine Haltestelle haben, ist der Bahnhof. Von da aus teilen sich die vier Kleinbusse den Ortskern auf und bedienen die verschiedenen Wohnbereiche oder das Zentrum.

In den letzten Jahren war die Zahl der Fahrgäste relativ gleichbleibend. In 2017 wurden 152.185 Fahrgäste mit dem Bürgerbus befördert. Seit 2013 konnte eine Steigerung um 50% verzeichnet werden.

Seit 1985 gibt es in Deutschland Bürgerbusse, die damals als wenige Pilotprojekte vom Land NRW initiiert wurden. Es handelte sich um eine Testphase um zu prüfen, ob das in den Niederlanden erfolgreiche Modell auf Deutschland übertragbar ist. Die ersten Bürgerbusse waren erfolgreich und haben sich kräftig vermehrt. In Nordrhein-Westfalen fahren mittlerweile 134 Bürgerbusse, in ganz Deutschland dürften es so um die 300 sein.

In Kevelaer gibt es insgesamt vier Bürgerbuslinien. Diese verbinden die Ortschaften Kervenheim, Winnekendonk, Wetten und Twisteden mit der Stadt Kevelaer. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, über Winnekendonk nach Sonsbeck zu fahren.

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