Energetische Nutzung von Abfällen durch biologisch-mechanische Abfallverwertung

 

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In der BMA wird der gesamte Restmüll Dresdens im Sinne einer vollständigen Kreislaufwirtschaft behandelt. Sämtliche entstehenden Stoffströme werden unter der Einhaltung aller ökologischen Standards in den einzelnen Verfahrensschritten verwertet ...

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„Das Verfahren funktioniert so wie ursprünglich geplant“, sagt Frank Heinze der Betriebsleiter der Biologisch-Mechanischen Aufbereitungsanlage (BMA) Dresden.
Im Jahr 1996 beschloss der Dresdener Stadtrat im Rahmen der Umsetzung des kommunalen Abfallwirtschaftskonzeptes den Bau einer Anlage zur mechanischen Restabfallaufbereitung und energetischer Verwertung. Die im Mai 2001 in Betrieb genommene Biologisch-Mechanische Abfallbehandlungsanlage (BMA), mit einer genehmigten Gesamtkapazität von 105.000 Tonnen Abfall pro Jahr, ist eine Kombination aus einer speziellen Aufbereitungsanlage mit einer industriellen Behandlungsanlage. Sie stellte erstmals die vollständige Verwertung der Restabfälle einer Großstadt sicher und war in Deutschland die erste Anlage dieser Art.

Biologisch-mechanische Aufbereitungsanlage Dresden

In der BMA wird der gesamte Restmüll Dresdens im Sinne einer vollständigen Kreislaufwirtschaft behandelt. Sämtliche entstehenden Stoffströme werden unter der Einhaltung aller ökologischen Standards in den einzelnen Verfahrensschritten verwertet. Von den jährlich 90.000 Tonnen behandelten Müll, werden dabei 53% in energetisch wertvolles Trockenstabilat® umgesetzt.

Der Prozess läuft wie folgt ab:

Nach seiner Zerkleinerung wird der Abfall zunächst biologisch getrocknet, wobei er einem Rotteprozess unterzogen wird, dessen Abwärme mit Hilfe einer thermisch-regenerativen Abluftbehandlung zur Trocknung genutzt wird. Nach etwa einer Woche wird der in seinem Volumen um 30 % reduzierte Restabfall mit einer Restfeuchte von 15 % maschinell sortiert. Das Verfahren beruht auf Wasserentzug bei Zerkleinerung / Pelletierung (3,5 %) in mehreren Verfahrensschritten und erlaubt eine Separierung in Wertstoffe (Fe 3,3% / NE-Metalle 0,4 %), Inertstoffe (11 %: Steine, Glas, Keramik), Störstoffe und das Hauptendprodukt Trockenstabilat® (53 % bzw. 47.700 t).

Das entstehende Trockenstabilat® hat einen Heizwert zwischen 14 und 16 MJ/kg und ist damit ein Energieäquivalent zur aufbereiteten und getrockneten Braunkohle. Der in ihm enthaltene Anteil nachwachsender Energieträger liegt bei etwa zwei Drittel. Das gesamte produzierte Trockenstabilat® wird in Braunkohlenkraftwerken als Ersatzbrennträger eingesetzt.

Inertstoffe dienen als Füllmaterial bei der Rekultivierung von Deponien sowie im Wege- und Landschaftsbau. Eisen und Nichteisenmetalle werden wie sonstiger Schrott weiterverarbeitet.


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