Energiesparen im sozialen Wohnungsbau

 
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Ziel des EU-Projekts war die Sensibilisierung von Mietern im sozialen Wohnungsbau zu einem bewussten Umgang mit Energie. Hierbei lag ein Fokus auf der Ansprache von Menschen mit Migrationshintergrund.

Mit dem 30-monatigen EU-Projekt „SHARE– Social Housing Action to Reduce Energy Consumption“ (der deutsche Titel lautet „Europaweite Initiative zum Energie sparen zu Hause“) wurden zwischen Anfang 2006 und Mitte 2008 Mieterinnen und Mieter im sozialen Wohnungsbau gezielt angesprochen. Ziel war die Sensibilisierung zu einem bewussten Umgang mit Energie ohne jegliche Komforteinbußen. Einen besonderen Fokus legte man dabei auf die Ansprache von Menschen mit Migrationshintergrund, die in den ausgewählten Remscheider Gebieten Hasenberg, Am Lenneper Hof und Bredestraße eine wichtige Mietergruppe darstellen. Inhaltlich ging es beispielsweise um die Vermeidung von Leerlaufverlusten, den Einsatz von energiesparender Beleuchtung, die Anschaffung von effizienten Haushaltsgeräten und das richtige Heizen und Lüften zur Vermeidung von Schimmelpilzbefall.

Das multinationale Projekt wurde in acht weiteren europäischen Ländern durchgeführt. Der deutsche Koordinator, die B.&S.U. mbH, setzte das Projekt zusammen mit fünf lokalen Partnern um. Beteiligt waren die Wohnungsbaugesellschaften GEWAG und LEG, das Heiztechnik-Unternehmen Vaillant, die EWR Remscheid (Energie und Wasser für Remscheid, örtlicher Energieversorger) und das Remscheider Umweltamt. Der an und für sich wichtigste Partner in diesem Projekt waren jedoch die Mieterinnen und Mieter selbst.

Auftaktveranstaltung im Mai 2006
Bei der Auftaktveranstaltung im Mai 2006 wurde das Projekt 300 interessierten Anwohnern vorgestellt und dabei gleichzeitig um ihre Mitarbeit im Energieforum geworben. Die Mieterinnen und Mieter konnten sich aktiv im Energie-Forum beteiligen, eigene Ideen einbringen und Schwerpunkte für Beratungen und Angebote vorschlagen. In der Projektlaufzeit fanden insgesamt 3 Treffen statt, bei denen intensiv diskutiert und zielgerichtet Vorschläge unterbreitet wurden. Auf der Abschlussveranstaltung im Mai 2008 waren die Anwesenden dann aufgerufen, sich als Forumsvertreter zu bewerben und kamen dieser Aufforderung auch in großer Zahl nach. Geplant sind eine auf die speziellen Bedürfnisse der Anwohner abgestellte Informationskampagne sowie Schulungen und Energieberatungen, welche den wichtigsten Aspekt der Initiative darstellen. 

Beratung in der „Energetischen Musterwohnung“
Um dem Bedarf der Mieterinnen und Mieter nachzukommen richtete die Remscheider Wohnungsbaugesellschaft GEWAG im Dezember 2006 eine „Energetische Musterwohnung“ ein, welche als Leuchtturmprojekt in Nordrhein Westfalen anzusehen ist.
„Es handelt sich um eine sinnvolle Einrichtung, die wir gerne weiter zum Wohl unserer Mieterinnen und Mieter nutzen möchten“, sagte Hans-Jürgen Behrendt, Vorstand der GEWAG, zum Abschluss des Projekts im Mai 2008. Die Musterwohnung wird als dauerhafte Einrichtung weitergeführt und für Energieberatungen der Mieter des Wohnungsbestandes genutzt. Sie ist umfangreich mit Geräten und verschiedenem Mobiliar ausgestattet. An verschiedenen Stationen werden durch anschauliche Demonstrationen Handlungsmöglichkeiten zur Energieeinsparung und effizienter Energienutzung sowie die finanziellen Einsparungen durch Strommessungen aufgezeigt. 

Wohnungsbegehung mit Beratung zur Schimmelvermeidung
Besser angenommen wurde eine persönliche Vor-Ort-Beratung zum Thema „Feuchtigkeit und Schimmelpilzvermeidung“, ein kontinuierliches Angebot des Gesundheitsamtes. Im Projektgebiet wurden zwischen Anfang 2006 und Mitte 2008 insgesamt 39 Hausbesuche durchgeführt. Neben der persönlichen Beratung bieten das Umweltamt und die EWR GmbH fortdauernd telefonische Beratungen zu allen energetischen Themen an.

Zur Vertiefung der Beratungsinhalte wurden verschiedene schriftliche Informationsmaterialien verbreitet. Dazu griff man auf in mehreren Sprachen vorhandene themenbezogene Broschüren der „Initiative Energieeffizienz“ (dena), der LEG und der Stadt Remscheid zurück. Ferner wurde eine sogenannte „Thermometerkarte“ entwickelt, mit der die Wohnungsnutzenden einfach und überschlägig die Raumtemperatur feststellen konnten, um diese eventuell zur Kostenminderung zu senken.

Einen besonderen Fokus legte man im Projekt auf die Ansprache von Menschen mit Migrationshintergrund, die in den ausgewählten Remscheider Gebieten Hasenberg, Am Lenneper Hof und Bredestraße eine wichtige Mietergruppe darstellen.

Es wurden EU-Fördermittel sowie Eigenmittel der beteiligten Partner eingesetzt.

Zu Beginn des Projektes wurde geeignete Akteure identifiziert und wegen einer Mitarbeit in dem Projekt angesprochen. Der deutsche Koordinator, die B.&S.U. mbH, setzte das Projekt zusammen mit fünf lokalen Partnern um. Beteiligt waren die Wohnungsbaugesellschaften GEWAG und LEG, das Heiztechnik-Unternehmen Vaillant, die EWR Remscheid (Energie und Wasser für Remscheid, örtlicher Energieversorger) und das Remscheider Umweltamt.

Insgesamt wurden in der Projektlaufzeit knapp 150 Personen beraten, wobei sich die Ansprache von Menschen mit Migrationshintergrund schwierig gestaltete. Trotz der verschiedenen hochwertigen Angebote innerhalb des Projektes und der bereits in Remscheid vorhandenen Beratungsmöglichkeiten, konnten nur Menschen in einer speziellen Problemlage im Bereich Energie erreicht werden. Lediglich 15 Personen nahmen das durch eine Muttersprachlerin unterstützte Beratungsangebot in der „Energetischen Musterwohnung“ wahr. Außerdem gelang es nicht, zentrale Ansprechpartner für türkischstämmige Personen bzw. Russlanddeutsche zu finden, um das Angebot bekannt zu machen.

Vermutlich sind noch weitere Kommunikationswege notwendig um die Menschen auf die Möglichkeiten zum Energiesparen ohne Komfortverlust aufmerksam zu machen.

Innerhalb des Projektes ist es durch die gute Zusammenarbeit gelungen, ein gemeinsames Netzwerk der verschiedenen Akteure aufzubauen, das auch nach Beendigung des Projektes mit allen Beteiligten weitergeführt wird. 

Die im Rahmen des Projekts eingerichtete "Energetische Musterwohnung wird auch nach Projektabschluss für Beratungsgespräche und „Anschauungsunterricht“ genutzt.

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