Qualitätssicherung und Bonussystem im Bielefelder Baugebiet Breipohls Hof

 
Selbsteinschätzung der Kommune

Kommunendaten
Projektdaten
Kontakt

Südlich des Teutoburger Waldes entsteht seit dem Jahr 2005 im Bielefelder Stadtbezirk Senne das neue Wohngebiet Breipohls Hof. Der 1. Bauabschnitt mit rund 100 Einfamilien- und Doppelhäusern, mit ca. 70 Wohnen in Mehrfamilienhäusern und einem Altenpflegezentrum (Status Kilmaschutzsiedlung) ist abgeschlossen. Der 2. Bauabschnitt für rund 60 Einfamilien- und Doppelhäuser ist in der Umsetzung.

Südlich des Teutoburger Waldes entsteht seit dem Jahr 2005 im Bielefelder Stadtbezirk Senne das neue Wohngebiet Breipohls Hof mit einer Größe von 20 ha und einer geplanten Einwohnerzahl von 850. Es liegt mitten im Ortszentrum Windelsbleiche, dessen Ortsbild jahrzehntelang durch das Textilunternehmen Windel geprägt wurde. Heute sind die ehemaligen Rieselfelder des Betriebes zum wertvollen Naturschutzgebiet geworden. Das Wohngebiet ist fünfzehn Autominuten von der Bielefelder Innenstadt entfernt und durch eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr gut zu erreichen. Neben zwei Buslinien, die direkt am Baugebiet halten, ist auch ein neuer Haltepunkt für die Senne-Bahn entstanden.

Das Wohngebiet Breipohls Hof verfügt über eine gute Infrastruktur mit Einkaufsmöglichkeiten, Friseur und Kindergarten in unmittelbarer Nähe. Die meisten Wege können damit zu Fuß erledigt werden. Einrichtungen wie Grund-, Haupt- und Realschule sowie Theater und Kino sind problemlos mit Bus und Bahn erreichbar. Breipohls Hof ist daher ein idealer Wohnstandort für Familien und ältere Menschen.

Bebauung
In Breipohls Hof stehen die Gebäude in »Haus-Familien« zusammen. Trotz größtmöglicher gestalterischer Freiheit entsteht eine angenehme Harmonie. Wesentliche Gestaltungsmerkmale vereinbaren die Bauherren mit ihren Nachbarn. Dazu gehören: Dachform und Dachneigung, Fassadenmaterial und Farben.

Energie
Die Mindestanforderungen für Neubauten ( 1. Bauabschnitt) im Breipohls Hof sind höher als die der Energieeinsparverordnung (EnEV). Der Primärenergiebedarf eines Hauses muss mindestens 10 Prozent und der spezifische Transmissionswärmeverlust mindestens 30 Prozent unter den Vorgaben der EnEV liegen.

Qualitätssicherung
Damit die Bauherren sicher sein können, dass beim Bau des Hauses keine gravierenden Fehler im Bereich des energiesparenden Bauens auftreten, erhalten Sie eine kostenlose externe Qualitätssicherung. Diese besteht aus einer Überprüfung der EnEV-Kriterien, mehrerer Baubegehungen, einer Luftdichtigkeitsmessung (Blower-Door-Test) und einer Hausübergabe. Die Qualitätssicherung wird von einem Fachbüro durchgeführt und würde Sie normalerweise etwa 1500 Euro kosten. Beim Erwerb eines Grundstücks im Baugebiet Breipohls Hof ist diese Leistung bereits im Kaufpreis enthalten.

Das Bonussystem
Es ist möglich sein Haus mit einem Architekten zu planen, einen Bauträger zu beauftragen, ein Fertighaus errichten zu lassen oder in Eigenregie zu bauen. Die vielen Möglichkeiten eine spätere Wohnnutzung energiekosteneffizient und umweltschonend zu gestalten, werden schon bei der Planung des Neubaus durch unterschiedliche Beratungsangebote unterstützt. Mit zusätzlicher innovativer Technik im und am Haus lässt sich der Grundstückskaufpreis mindern.

Dabei lassen sich in Abhängigkeit der eingesetzten Technik folgende Prämien erzielen:

- ab 50 Punkte

 1.000,- €

- ab 75 Punkte

 2.000,- €

- ab 100 Punkte

 3.500,- €

- ab 125 Punkte

 5.000,- €

- ab 150 Punkte

 7.000,- €

Die Bonuspunkte werden für verschiedene Baumaßnahmen vergeben, die in vier Themenbereiche untergliedert sind:

1. Themenbereich Energie

- Errichtung eines 3-Liter-Hauses gemäß Energiesparer NRW

25

- Errichtung eines Passivhauses gemäß Energiesparer NRW

40

- Verwendung von Fotovoltaikanlagen gemäß Energiesparer NRW

25

- Verwendung von Solarkollektoren gemäß Energiesparer NRW

25

- Verwendung von Erdwärme gemäß Energiesparer NRW

25

- Verwendung eines Wäschetrockners mit Gasbetrieb

10

- Verwendung von Kochgas

5

- Verwendung von Warmwasseranschlüssen für Wasch- und Spülmaschine

5

- Verwendung eines Blockheizkraftwerks durch Baugruppen

40

- Verwendung einer Pelletheizung

25

- Verwendung einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

10

2. Themenbereich Wasser

- Regenwassernutzung für Garten und WC, Speichergröße mindestens 1000 Liter/Person

25

- Brauchwassernutzung für WC 

25

3. Themenbereich Baustoffe  

- Verwendung von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen für alle  Dächer oder alle Außenwände

15

- Ausschließliche Verwendung von heimischem Holz für alle  Dächer, Außenwände und Fenster

25

4. Themenbereich Grün

- Verwendung von wasserdurchlässigen Belägen für alle  Zufahrten, Stellplätze und Terrassen

10

- Gestaltung von Flachdächern als Gründach, Mindestgröße 10 m²

10

- Pflanzung eines der folgenden einheimischen Laubbäume:  Eberesche, Erle, Elsbeere, Mehlbeere, Hainbuche, Feldahorn, Obstbaum  (Apfel,  Kirsche, Pflaume, Birne)

5

Für den 2. Bauabschnitt wurde das Bonussystem modifiziert.

Die Qualitätssicherung wird unverändert weitergeführt. 

Insbesondere die kostenlose Qualitätssicherung ist von den Bauherren äußerst positiv aufgenommen worden.

Das Bonussystem hat dazu geführt, dass sich viele Bauherren mit dem Thema des energieeffizienten Bauens intensiv beschäftigt haben.

Der Finanzierung erfolgte im Rahmen der Gesamtkalkulation der Siedlungsentwicklung.

Kooperation
Es gab für das Gesamtprojekt eine Projektgruppe der Stadt Bielefeld aus den Bereichen Bauen, Umwelt und Soziales.

Bilanz des 1. Bauabschnittes
Von den bisher fertiggestellten 97 Gebäuden haben 52 das Bonussystem in Anspruch genommen. Die Qualitätssicherung wurde bei allen Gebäuden durchgeführt. Unter anderem wurden im Rahmen des Bonussystems umgesetzt:

  • 43 Niedrigenergie-/ 3-Liter-Häuser
  • 7 Passivhäuser
  • 32 Erdwärmenutzungen
  • 30 Lüftungsanlagen
  • 20 Solarkollektoren
  • 12 Regenwassernutzungen
  • 35 Laubbäume

Insgesamt beträgt die Kohlendioxid-Minderung gegenüber einer normalen Neubausiedlung etwa 100 Tonnen im Jahr

  Links
  Downloads
  Publikationen

Druckversionzur Startseite

Logo eea

Projektstand 2016

© Bundesgeschäftsstelle European Energy Award