Bürgerenergieberatung in Ibbenbüren

 
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Wissen zu Antworten auf die komplexen Fragen bei energetischen Nutzungen und wirtschaftlichen Auswirkungen ist Grundvoraussetzung für energieeffizientes Handeln von Menschen. Viele Bürgerinnen und Bürger benötigen hier Hilfestellung. Ein Schwerpunkt städtischer Energiearbeit ist deshalb die Bürgerenergieberatung in Kooperation mit der Verbraucherzentrale NRW.

Seit dem Jahr 2008 bewirbt die Stadt Ibbenbüren die Energieberatungssprechtage des Energieberaters der Verbraucherzentrale NRW in Ibbenbüren (grundsätzlich zwei Sprechtage im Monat), klärt und stimmt die Beratungsgesprächswünsche der Bürgerinnen und Bürger an den einzelnen Beratungssprechtagen terminlich ab. Sie stellt auch die Räumlichkeiten und technische Infrastruktur zur Durchführung der Bürgerenergieberatung, koordiniert die Logistik und Ausgabe von Verbraucherinformationen zum Handlungsfeld Energie, die vom Bundesverband der Verbraucherzentralen zur Verfügung gestellt werden.

Die Stadt beteiligt sich mit der Verbraucherzentrale an Kampagnen oder Aktionen und führt Einzelveranstaltungen zu verschiedenen Themen mit dem Energieberater der Verbraucherzentrale durch.

Seit 2011 beteiligt sich die Stadt Ibbenbüren als Energieberatungsstützpunkt auch an der Aktion Heiz-Check der Verbraucherzentrale, ein Checkangebot für u.a. Brennwertgeräte, Wärmepumpen und Fernwärmeversorgung. Sonderaktionen der Verbraucherzentrale (z.B. Luft-Wärmepumpen Check, Stromsparen, Bestandsbaudämmung) werden regelmäßig lokal unterstützt. 

Auf Anregung und Empfehlung des Vereins Haus im Glück e.V. im Kreis Steinfurt beschloss im Oktober 2007 der städtische Ausschuss für Umwelt und Energie, mit der Verbraucherzentrale NRW eine Kooperation zur Durchführung „Stationärer Energieberatung“ für die Bürgerinnen und Bürger Ibbenbürens wie auch der Umlandgemeinden einzugehen.

Das Projekt ist geeignet, auch in Kommunen mit nicht vorhandenen Personalressourcen zur fachlich qualifizierten Energieberatung oder mit finanzschwacher Haushaltslage der Bevölkerung ein fundiertes Beratungsangebot sehr preisgünstig vorzuhalten, da wesentliche Kostenanteile fremdfinanziert werden. Die Landeszentralen der Verbraucherzentralen weiten das Netz kommunal getragener Energieberatungsstützpunkte noch aus, interessierte Kommunen können sich – nach Abstimmung mit der jeweiligen Landesverbraucherzentrale – immer noch daran beteiligen. Für den Bürger hat das Projekt den Charme, eine verbraucherorientierte, qualitativ hochwertige, neutrale und anbieterunabhängige Beratungsleistung zu erhalten. Die „Distanz“ des Bürgers zu Energieberatungen konnte lokal verringert und deren Akzeptanz als persönliche Entscheidungshilfe in Energiefragen erhöht werden.   

Die Kooperation mit anderen online-Ratgebern, die auf die Kompetenz der Energieberatung der Verbraucherzentrale verweisen (vgl. z.B. www.die-stromsparinitiative.de) wird aktuell auf weitere Verbesserungsoptionen zum Daten- und Informationsaustausch geprüft, die dann möglichst realisiert werden sollen. 

Das Energieberatungsprojekt für die Bürgerinnen und Bürger wird mit Mitteln des Bundeswirtschaftsministeriums finanziell gefördert, so dass vom Bürger beim einzelnen halbstündigen Beratungsgespräch nur ein Entgelt von 5 € entrichtet werden muss. Seit 2010 ist das Beratungsangebot für ALG II-Empfänger sogar ganz entgeltbefreit. 

Im Herbst 2007 öffnete sich die VZ NRW der Idee, stationäre Energieberatungsstützpunkte in Kooperation mit anderen Trägern (wie z.B. Kommunen) in NRW zu etablieren und dort eine mit Bundesförderung des Bundeswirtschaftsministeriums erfolgende Energieberatung zu offerieren. Der Verein Haus im Glück machte die Stadtverwaltung auf diese Offerte der VZ NRW aufmerksam, die nach politischer Beratung mit der VZ NRW zur konkreten Umsetzung abgestimmt wurde. Ein Honorarenergieberater der Verbraucherzentrale Niedersachsen stellte sich auf städtische Anfrage als Honorarenergieberater für den Energieberatungsstützpunkt Ibbenbüren zur Verfügung.

Der Verein Haus im Glück unterstützt den Energieberatungsstützpunkt durch Darstellung von Beratungsangeboten und Aktionen im Portal des Vereins.

Nachbarkommunen der Stadt Ibbenbüren wurden auf das Beratungsangebot der Verbraucherzentrale in Ibbenbüren aufmerksam gemacht und unterstützen die Bewerbung des Energieberatungsstützpunktes über Portalinformationen des Kommunalportals zum Energieberatungsstützpunkt bzw. Verlinkung, um ihren Bürger/inne/n erleichterten Zugang zu Beratungsangeboten der Verbraucherzentrale zu verschaffen. 

Die Tendenz jährlich vermittelter und durchgeführter Beratungsgespräche ist lokal steigend. In den Jahren 2008 – 2010 wurden jeweils mehr als 120 Beratungsgespräche pro Jahr vermittelt und ausgeführt, 2011 waren es mehr als 130 und 2013 mehr als 140. 2013 war das reguläre Beratungszeitfenster mehr als ausgelastet und es mussten zusätzliche Sprechzeiten eingerichtet werden.

Insbesondere der Druck und die Verbreitung von Bewerbungen der Energiesprechtage durch lokale Printmedien ist nach lokaler Erfahrung wesentlichste Ursache für Bekanntheit und Annahme des Energieberatungsangebots  durch die Bürgerinnen und Bürger. Daneben spielt die Nutzung neuer Medien und des Internets zur Bewerbung des Energieberatungsangebotes eine zunehmend bedeutende Rolle.

Seit dem Jahr 2010 haben auch die Städte und Gemeinden um den Beratungsstützpunkt Ibbenbüren Möglichkeiten zur Anbahnung von Energieberatungsgesprächen für ihre Bürger/innen. Die Einführung eines „elektronischen Terminplaners“ des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen für die Energieberatungsstützpunkte im Bundesgebiet machte es möglich. Er erleichtert den Stützpunktkoordinatoren in den Kommunen ihre Arbeit mittels Nutzung neuer Informationstechnologien. Jede Kooperationskommune im Netzwerk des Beratungsstützpunktes Ibbenbüren kann selbst für ihre Bürger/innen Beratungsgespräche terminlich vorklären, anbahnen und verbindlich vereinbaren.

Verbessert wurde der Energieberatungsservice der Verbraucherzentrale auch um eine bundesweite Hotline zur telefonischen Kurzberatung sowie zu einer Onlineberatung.

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