Mit Energie Zukunft gestalten: Der Morbacher Weg zur energieautarken Kommune

 
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Um das Ziel der Energie-Autarkie bis 2020 zu erreichen, setzt Morbach auf eine komplexe Strategie und bezieht lokale Akteure in die Planung und Umsetzung der Maßnahmen ein.

Die Energielandschaft Morbach ist ein einmaliges Konzept zur intelligenten Nutzung von Synergien und zur Einsparung von Kosten und Ressourcen in der Region Morbach.

Auf dem Gelände des ehemaligen US-Munitionslagers Rapperath/Wenigerath entwickelt die Gemeinde Morbach in Zusammenarbeit mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft Nutzungsmöglichkeiten für Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien. Der Strom wird ins Netz eingespeist, die Wärme wird zur Wärmeversorgung eines angeschlossenen Gewerbeparks genutzt. In der Energielandschaft Morbach werden durch Energieerzeugung aus erneuerbaren Energien jährlich etwa 32.500 Tonnen CO2 eingespart.

Energietourismus ist auch ein wichtiger Teil der Energielandschaft. Hier kann Morbach mit beeindruckenden Zahlen aufwarten. Zwischen 2003 und 2013 haben mehr als 45.000 Besucher aus über 100 Ländern die Energielandschaft besichtigt und an Führungen teilgenommen. Ein Informationszentrum sowie zwei zu Museen ausgebaute Bunker wurden 2012 eröffnet. Die Gemeinde ist seit 2008 das erste deutsche Mitglied der „1. internationalen Energieschaustraße Europas“, einem Vorzeigeprojekt im Bereich Bewusstseinsbildung zu erneuerbaren Energien. 

 

Morbach erhielt im Wettbewerb „Kommunaler Klimaschutz 2009“ in der Kategorie „Innovative und vorbildliche Strategien zur Umsetzung des kommunalen Klimaschutzes“ die Auszeichnung für den umfassenden strategischen Ansatz, mit dem die Gemeinde ihr Ziel, bis 2020 energieautark zu werden, erreichen möchte.

Das 2008 vom Gemeinderat beschlossene Morbacher Leitbild strebt neben der Energieautarkie bis zum Jahr 2020 auch an, den Kohlendioxid-Ausstoß bis zu diesem Zeitpunkt, gemessen am Jahr 2000 um 50 Prozent zu senken. Das Hauptaugenmerk des Leitbildes liegt auf der Energieproduktion auf Basis erneuerbarer Energien, der Energieeinsparung und der Wärmeproduktion.

 

 

Besonderheiten sind:

  • Energie-Tourismus
  • Regionale Wertschöpfung
  • Stoffstrommanagement

Nächste Schritte: 

Weitere Nahwärmeprojekte sind in Planung, Speichertechnologien

  • Land Rheinland-Pfalz (Förderung der Planung und touristischen Ausstattung über die Konversion)

  • Ifas-Institut (FH Trier) als wissenschaftliche Berater

  • JUWI als Hauptinvestor (Wind, PV, Biogas, Holzpellets)

  • Weitere Betriebe (U.W.E.-Energie, OCB Canadablockhaus, Schappi´s Holzkreationen, kommunaler Eigenbetrieb Forst, Schäferei Hoffmann, Imkerei Alt)

Die insgesamt bislang in Betrieb befindlichen Anlagen in der Morbacher Energielandschaft produzieren mit Wind, Sonne und Biomasse pro Jahr ca. 45 bis 50 Millionen Kilowattstunden Strom und 10,5 Millionen Kilowattstunden Wärme und sparen damit ca. 32.500 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid ein. Die Stromerzeugung reicht für 13.000 Haushalte, in der Gemeinde Morbach gibt es rund 4.400. Alle Biomasseanlagen arbeiten mit nachhaltig angebauten nachwachsenden Rohstoffen aus der Region und sollen weiter ausgebaut werden. 

Um zu verhindern, dass die Energielandschaft nur auf den Energiepark begrenzt bleibt, hat die Gemeinde 2008 zwei Förderprogramme aufgelegt: das „Förderprogramm zur Stärkung der Ortskerne“ und das „Förderprogramm zur Energieeinsparung und zur Nutzung erneuerbarer Energie“. Zudem wurden öffentliche Gebäude in Morbach mit großen Photovoltaikanlagen bestückt. Das Rathaus sowie ein Bürgerhaus werden mit Holzpellets beheizt. Ein Dachflächenkataster für alle 19 Orte der Gemeinde ist im Internet abrufbar. Des Weiteren wurde ein Mikro-Nahwärmenetz (Holzpellets) zwischen Grundschule, Sporthalle und Kindergarten Morbach gebaut. Für die weiteren Ortsteile der Gemeinde ist eine Machbarkeitsstudie zu weiteren dezentralen Mikro-Wärmenetzen in Planung.

Verwendung des Preisgeldes
Laut Wettbewerbsregeln müssen die Gewinner das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro wieder in die Umsetzung von Klimaschutz-Vorhaben investieren. Dazu Bürgermeister Gregor Eibes: „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung, die uns bestätigt, auf dem richtigen Weg zu sein. Wir werden das Preisgeld in eine computergestützte Visualisierung im Infozentrum der Energielandschaft investieren, die den Besuchern der Energielandschaft Morbach die aktuellen Daten der Stromproduktion und Kohlendioxideinsparungen vor Ort durch Windkraft, Photovoltaik und Biomasse darstellt. Damit können sich die Besucher jederzeit ein Bild von der aktuellen Stromproduktion in der Energielandschaft Morbach machen. 

CO2-Einsparungen:  Ca. 32.500 to CO2 jährlich

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